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Call Center: Perspektiven für einen Branchentarifvertrag schaffen

Call Center: Perspektiven für einen Branchentarifvertrag schaffen

"Bereits am Rande der Messe ‚Call Center World‘ vor einem Jahr war von der Gründung eines tariffähigen Arbeitgeberverbandes die Rede, praktisch getan hat sich aber bis heute nichts", sagt ver.di-Call Center-Experte Ulrich Beiderwieden. Grundlöhne zwischen sieben und acht Euro, tausende offene Stellen und Fluktuationsraten von teilweise über 20 Prozent, schlechteste Arbeitsbedingungen und ein extrem hoher Krankenstand machen die Arbeitssituation und damit das Image der Branche aus. Rund eine halbe Million MitarbeiterInnen sind in der Branche beschäftigt.

Durch den nun geplanten gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro ab 2015 würden die ArbeitnehmerInnen in Call-Centern zwar endlich flächendeckend von einer verbindlichen Untergrenze profitieren, bestätigt Helge Biering, beim ver.di-Landesbezirk Berlin-Brandenburg für die Branche zuständig. Die Beschäftigten erwarten aber, dass neben dem Mindestlohn auch umfassende tarifliche Standards wie in anderen Branchen geschaffen werden. Der Mindestlohn reicht den Beschäftigten nicht. Sie wollen klare Entgeltstrukturen und verlässliche Regelungen über Urlaub, bezahlte Freistellung von der Arbeit und die Gewährung von Sonderzahlungen. ver.di-Experte Ulrich Beiderwieden stellt klar: "Die Interessenverbände der Call-Center-Branche und die Vorstände und Geschäftsführungen der einzelnen Unternehmen und Konzerne sind gefordert, positive Fakten zu schaffen."

Der vollständige Artikel kann im DGB einblick 04/2014 abgerufen werden.