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Wachschutz: Gründung eines neuen Fachverbandes Aviation

Wachschutz: Gründung eines neuen Fachverbandes Aviation

Der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) hat im Juni 2015 mitgeteilt, dass die Gründung eines Fachverbandes Aviation im BDSW beschlossen wurde. Zu den Aufgaben dieses Fachverbandes gehören unter anderem die Verhandlungen über und der Abschluss von Tarifverträgen für Sicherheitsmaßnahmen bzw. Sicherheitsaufgaben nach dem Luftsicherheitsgesetz. Gleichzeitig haben die Mitgliedsunternehmen entschieden, die Tarifzuständigkeit für die Luftsicherheit den Landesgruppen des BDSW zu entziehen.

Zum Hintergrund: Innerhalb der Wach- und Sicherheitsbranchen gibt es mehr als 70 Tarifverträge. Dies bindet beidseitig viele Kapazitäten, Kraft und Geld. Nicht verwunderlich, dass bereits vor fünf Jahren zwischen Arbeitgeber/ Verbandsvertretern und ver.di diskutiert wurde, ob es Alternativen zu regionalen Tarifverträgen geben kann. Laut ver.di-Tarifgrundsätzen könnte dies nur durch einen Flächentarifvertrag - der besser ist als die regionalen Regelungen - gehen. Dafür sind aber die Voraussetzungen nicht geschaffen. Es gab keinen Arbeitgeberverband und es gibt keine entsprechende Weichenstellung in den Tarifkommissionen. Durch den Fachverband Aviation hat der BDSW nun formal die Voraussetzung geschaffen. Damit sind die großen Lohnunterschiede längst noch nicht behoben. Kann ein Flächentarifvertrag hier vernünftig nivellieren? Mit dem bundesweiten Manteltarifvertrag Aviation wurde bereits eine Weichenstellung vorgenommen. Es zeigt sich aber auch, dass dieser nicht nur Vorteile gebracht hat. Nachteilig sind insbesondere der Übergang von Landestarifverträgen auf den Bundestarifvertrag, aber auch der Wegfall von Regelungen, etwa zur Freistellung bei Teilnahme an gewerkschaftlichen Gremiensitzungen und Tagungen.

Da die Laufzeit der Entgelte für Sicherheitstätigkeiten an Verkehrsflughäfen in zehn Bundesländern zum 31. Dezember 2015 endet, will der BDSW nun die Gelegenheit nutzen, einen bundesweiten Entgelttarifvertrag zu vereinbaren. Zudem erklärte der BDSW sich bereit, weiterhin über diese wichtigen Satzungsänderungen und den damit verbundenen Konsequenzen zu informieren.

Ob die Einkommen der Beschäftigten künftig bundesweit in einem Tarifvertrag geregelt werden oder weiterhin in den landesbezirklichen Flächentarifverträgen verbleiben, gilt es in ver.di zu diskutieren. Deshalb wird es mit haupt- und ehrenamtlichen Kolleginnen und Kollegen im Herbst eine länderübergreifende Klausurtagung geben, in der es gilt, eine mögliche Tarifstrategie abzustimmen. Letztlich wird es eine politische Entscheidung: Weiter wie bisher - mit welchem Ziel und um welchen Preis? Oder Chance auf Fläche - mit welchen Risiken?