Nachrichten

Touristik: ver.di setzt künftig auf Haustarifverträge

Touristik: ver.di setzt künftig auf Haustarifverträge

Mitte August hat die ver.di-Bundestarifkommission Touristik beschlossen, keine weiteren Sondierungsgespräche mit der DRV-Tarifgemeinschaft zu führen und stattdessen auf den Abschluss von Haustarifverträgen zu setzen. Diesem Beschluss vorangegangen waren fast vierjährige Bemühungen, mit der DRV-Tarifgemeinschaft (DRV-T) neue Flächentarifverträge für die Reisebranche abzuschließen. Alle Versuche scheiterten jedoch an der Blockadehaltung der Vertreter der DRV-T. Die Folge: Keine (tarifierten) Gehaltserhöhungen, also Reallohnverlust. Es gab allenfalls "freiwillige" Zulagen einzelner Unternehmen, einseitig festgelegt nach Gutsherrenart.

Diese Entscheidung hat sich die Bundestarifkommission nicht leicht gemacht. Grundsätzlich favorisiert ver.di Flächentarifverträge. Sie gewährleisten, dass der Wettbewerb zwischen den Unternehmen nicht über die niedrigsten Gehälter und schlechtesten Arbeitsbedingungen ausgetragen wird. Aber: "Stillstand ist Rückschritt und offensichtlich ist die DRV-T nicht bereit, ihrer Verantwortung als Tarifvertragspartei gerecht zu werden", heißt es bei der Bundestarifkommission Touristik.

Zunächst einmal bleiben die Flächentarifverträge Touristik weiterhin in Kraft bzw. wirken nach. Eine einseitige Absenkung der Gehälter oder eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen wird es nicht geben.

ver.di jedenfalls wird künftig "den Betonkopf" DRV-T außen vor lassen. Tarifvertragspartei sollen nunmehr die einzelnen Unternehmen werden. Es sollen Haustarifverträge geschlossen werden. Das Kalkül: Was bei TUI ging, nämlich veritable Gehaltserhöhungen durchzusetzen, kann auch anderswo funktionieren. Voraussetzung hierfür ist allerdings gewerkschaftliche Durchsetzungskraft, sprich ver.di-Mitgliederstärke im Betrieb.