Nachrichten

Studie zur Altersarmut: Ute Kittel fordert Kehrtwende in der …

Studie zur Altersarmut: Ute Kittel fordert Kehrtwende in der Rentenpolitik

Immer mehr Menschen sind auf Grundsicherung im Alter angewiesen. Im Dezember 2015 lebten laut Statistischem Bundesamt rund 536.000 Senioren am Existenzminimum. Welche Lebensverläufe in die Altersarmut führen, haben die Wissenschaftler Antonio Brettschneider und Ute Klammer von der Universität Duisburg-Essen anhand von Interviews mit Grundsicherungsbeziehern der Geburtsjahrgänge 1938 bis 1947 untersucht. Gegenwärtig, so die Autoren, lassen sich fünf Risikogruppen unterscheiden: Die familienorientierten Frauen, die gescheiterten Selbstständigen, Zugewanderte mit einer schwachen Stellung am deutschen Arbeitsmarkt, von der Massenarbeitslosigkeit in den neuen Ländern betroffene Ostdeutsche und Menschen mit besonderen persönlichen Problemlagen.

Künftig, wenn die geburtenstarken Babyboomer-Jahrgänge ins Rentenalter kommen, rechnen die Autoren mit zusätzlichen Risikogruppen, darunter vor allem Personen mit jahrzehntelanger prekärer Beschäftigung und löchrigen Erwerbsverläufen sowie langjährige Geringverdiener. Sie sind nicht nur von den Umbrüchen am Arbeitsmarkt, sondern auch von den seit 2001 erfolgten Rentenkürzungen betroffen.

Ute Kittel, Bundesvorstandsmitglied von ver.di forderte mit Blick auf die weit verbreitete prekäre Beschäftigung und geringe Entlohnung in vielen Branchen des Fachbereichs Besondere Dienstleistungen eine dringende Kehrtwende in der Rentenpolitik. "Lohnentwicklung und Beitragssatz müssen wieder die Rentenhöhe festlegen", fordert die Gewerkschafterin. Dafür müsse die Rentenformel korrigiert werden. Besonders Zeiten der Arbeitslosigkeit, Kindererziehung und Pflege sowie gering entlohnte Erwerbsphasen sollten rentenrechtlich aufgewertet werden.