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Friseurhandwerk: Razzia gegen Schwarzarbeit

Friseurhandwerk: Razzia gegen Schwarzarbeit

Ende November erfolgte eine erste bundesweite Schwerpunktprüfung zur Bekämpfung von Schwarzarbeit und illegaler Beschäftigung im Friseurhandwerk. Grundlage ist ein entsprechendes Bündnis, das ver.di, das Bundesfinanzministerium und der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks im April geschlossen hatten.

Am 23. und 24. November kontrollierten rund 2.700 Zöllnerinnen und Zöllner der Finanzkontrolle Schwarzarbeit 6.145 Betriebe. Da seit dem 1. August 2015 jede/r Arbeitnehmer*in im Friseurhandwerk Anspruch auf den Mindestlohn von brutto 8,50 Euro je Zeitstunde hat, lag das besondere Augenmerk der Kontrollen auf der Einhaltung des gesetzlichen Mindestlohnes.

Im Rahmen der bundesweiten Schwerpunktprüfung wurden 15.189 Friseur*innen zu ihren Arbeitsverhältnissen befragt. Erfreuliche Erkenntnis war, dass der gesetzliche Mindestlohn von den Friseurbetrieben überwiegend gezahlt wird.

Als Ergebnis der Schwerpunktprüfung wurden dennoch 74 Ermittlungsverfahren gegen Arbeitgeber und Arbeitnehmer*innen eingeleitet. Bei 32 Strafverfahren handelt es sich überwiegend um das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen und den illegalen Aufenthalt ohne Aufenthaltstitel. 42 eingeleitete Ordnungswidrigkeitsverfahren betreffen hauptsächlich die Beschäftigung ohne Arbeitsgenehmigung und Verletzungen der Aufzeichnungspflicht. In nur sechs Fällen wurden Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Unterschreitung des Mindestlohnes eingeleitet. In rund 1.100 Fällen sind weitere Sachverhaltsaufklärungen durch die Finanzkontrolle Schwarzarbeit erforderlich.