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Kurzarbeitergeld: Steuertipps von ver.di

Kurzarbeitergeld: Steuertipps von ver.di

Aufgrund des Andauerns der Pandemie hat die Bundesregierung entschieden, dass die Sonderregelungen zum Kurzarbeitergeld auch im Jahr 2021 weitergelten.

Seit 1. Januar 2020 kann Kurzarbeitergeld bis zu 24 Monate, längstens aber bis zum 31. Dezember 2021 bezogen werden. Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld sind bis Ende Dezember 2021 von der Steuer befreit.

Progressionsvorbehalt und Steuernachzahlungen im Kontext Kurzarbeit 

Das Kurzarbeitergeld ist grundsätzlich steuerfrei, muss jedoch in der Steuererklärung angegeben werden und wird so zur Ermittlung des persönlichen Steuersatzes hinzugezogen. Das Finanzamt addiert am Jahresende die steuerfrei erhaltenen Entgeltersatzleistungen zu den übrigen Einkünften eines Haushaltes, um einen neuen Steuersatz zu ermitteln. Mit dem Prozentsatz werden anschließend alle Einkünfte – mit Ausnahme des bezogenen Kurzarbeitergeldes – besteuert. Dieses steuerliche Verfahren wird als "Progressionsvorbehalt" bezeichnet. 

Somit entsteht eventuell die Situation, dass Steuern nachgezahlt werden müssen. Das heißt: Empfangenes Kurzarbeitergeld wird bei Berechnung des Prozentsatzes, mit dem das übrige Einkommen besteuert wird, mit einbezogen - und je höher das Einkommen, umso höher auch der Steuersatz.

Aber: Nicht jeder/jedem Mitarbeiter*in mit Kurzarbeitergeldbezug droht die Steuernachzahlung. Es trifft oft jene, die zu einem Teil gearbeitet und zum anderen Teil Kurzarbeitergeld von der Bundesagentur für Arbeit bezogen haben (z.B. "Kurzarbeit 50 %"). Davon betroffen sein können auch Ehepaare, von denen nur ein Ehepartner Kurzarbeitergeld bezogen hat. Und auch andere Gründe haben Auswirkungen, z.B. weitere Einnahmequellen aus Nebenjobs, Geldanlagen oder Vermietung und Verpachtung. Der "Progressionsvorbehalt" soll die unterschiedliche Leistungsfähigkeit der Steuerzahler berücksichtigen. 

Die Arbeitgeberzuschüsse zum Kurzarbeitergeld fließen ebenfalls steuerfrei. Da sie unter "Progressionsvorbehalt" stehen, kann der Steuersatz steigen. 

Der Tipp: Wer von Kurzarbeit betroffen war oder ist, sollte zunächst prüfen, ob mit einer Nachzahlung gerechnet werden muss und finanzielle Vorsorge treffen. Eine Steuernachzahlung kann in der aktuellen Situation gerade bei Beschäftigten mit niedrigem Einkommen zu einer nicht so leicht zu stemmenden finanziellen Mehrbelastung führen.

Steuerklärung bei Kurzarbeit und weiteren Lohnersatzleistungen (z.B. Krankengeld, Elterngeld)

Muss ich eine Steuererklärung abgeben, wenn ich Kurzarbeitergeld und/oder weitere Lohnersatzleistungen bezogen habe? Die Antwort ist: ja!

Beschäftigte sind bei Bezug von Kurzarbeitergeld verpflichtet, eine Steuererklärung abzugeben, wenn das Kurzarbeitergeld 410,00 Euro im Jahr übersteigt. 

Ob es überhaupt zu einer Steuernachzahlung kommt und in welcher Höhe diese letztlich ausfällt, hängt von den Einkommensverhältnissen im Jahr der Kurzarbeitergeldzahlung ab. 

Gut, wenn man ver.di-Mitglied ist: 

Hier gib es den ver.di-Lohnsteuerservice. Dieser Beratungsservice hilft bundesweit ver.di-Mitgliedern exklusiv bei ihren Fragen rund um die Steuererklärung. Viele ver.di-Mitglieder nutzen die Dienste der ehrenamtlich tätigen Lohnsteuerbeauftragten und konnten Dank der kleinen und großen Steuertipps unserer ehrenamtlichen Berater*innen jede Menge sparen. Das Beste: Damit Sie auch wirklich was davon haben, sind die Kosten für die Beratung bereits mit Ihrem Mitgliedsbeitrag abgegolten.

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