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Atypische Beschäftigung: Auf hohem Niveau

Atypische Beschäftigung: Auf hohem Niveau

Die Zahl der atypischen Beschäftigungsverhältnisse in Deutschland verharrt auf hohem Niveau von rund 21 Prozent. Das zeigt eine neue Auswertung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung. Besonders stark betroffen sind Frauen in Westdeutschland, die aus familiären Gründen oft in Teilzeit oder Minijobs arbeiten, zudem jüngere Beschäftigte, geringer Qualifizierte und Beschäftigte ohne deutschen Pass.

Die Studie bezieht sich auf die so genannte Kernerwerbstätigkeit und berücksichtigt damit keine Auszubildenden, Schüler*innen, Studierenden oder jobbenden Rentner*innen. Der Studie zu Folge sind demnach bundesweit 30,5 Prozent aller kernerwerbstätigen Frauen atypisch beschäftigt, zumeist in Minijobs und Teilzeitarbeit. Unter den Männern haben 12,2 Prozent einen atypischen Job – hier spielen Leiharbeit und befristete Beschäftigung eine große Rolle. Auch jüngere Beschäftigte stecken häufiger in atypischen Jobs.

Unter den 15-24-Jährigen gilt dies für 30,9 Prozent. Der Grund: Berufsanfänger erhalten häufig erst einmal nur einen befristeten Vertrag. Zudem beeinflusst der Bildungs- und Berufsabschluss die Art der Beschäftigung. Während 36,6 Prozent der Arbeitnehmer*innen ohne anerkannte Berufsausbildung befristet, in Teilzeit oder Leiharbeit tätig sind, liegt die Quote bei Beschäftigten mit abgeschlossener Lehre oder Berufsfachschule bei 20,7 Prozent, bei denen mit Hochschulabschluss gar nur bei 14,3 Prozent.

Überdurchschnittlich häufig atypisch beschäftigt sind Arbeitnehmer*innen ohne deutschen Pass. Der Anteil reicht von 25,3 Prozent unter Ausländer*innen aus den „alten“ EU-15-Ländern bis zu 35,3 Prozent unter Menschen, die aus Staaten außerhalb der EU stammen.

Im Westen reicht die atypische Beschäftigung von knapp 18 Prozent in Hamburg bis 23 Prozent und mehr in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Bremen. In den ostdeutschen Bundesländern liegt der Anteil atypisch Beschäftigter nach den aktuellen Zahlen überall unter 18 Prozent, in Brandenburg sogar unter 15 Prozent. Ein Grund hierfür ist die bessere Infrastruktur der öffentlichen Kinderbetreuung.

Bei seiner Untersuchung stützte sich das WSI auf Sonderauswertungen des Statistischen Bundesamtes.