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Homeoffice: Mehr Schutz für Beschäftigte nötig

Homeoffice: Mehr Schutz für Beschäftigte nötig

79 Prozent der Beschäftigten, die in den vergangenen Monaten erstmalig im Homeoffice arbeiteten, wollen laut Umfragen diese Arbeitsform teilweise weiter nutzen. Doch die Rahmenbedingungen für diese Form der Arbeit sind oft nicht optimal. Dabei unterliegt mobiles Arbeiten, also das Arbeiten von zuhause oder unterwegs, durchaus gesetzlichen Regelungen: Es gelten auch beim mobilen Arbeiten Arbeitszeit- und Arbeitsschutzgesetz, Unfallversicherung, die EU-Datenschutz-Grundverordnung/ Bundesdatenschutzgesetz. Die SARS-CoV-2 Arbeitsschutzregel greift das Arbeiten im Homeoffice bezogen auf den Arbeits- und Gesundheitsschutz explizit auf. Die Arbeitsstättenverordnung greift allerdings direkt nur bei Telearbeitsplätzen, die vom Arbeitgeber im Privatbereich des/der Beschäftigten fest eingerichtet sind.

Welchen gesetzlichen Rahmen mobiles Arbeiten aus Beschäftigtensicht mindestens braucht, hat der DGB bereits 2019 formuliert: Die Gewerkschaften fordern den Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten, die Freiwilligkeit sowie die Anwendung bestehender gesetzlicher wie tarifvertraglicher Bestimmungen. Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen können darüber hinaus weitere Rahmenbedingungen schaffen. Das beginnt bei der (vorausschauenden) Gefährdungsbeurteilung sowie einem Ausgleich für fehlende ergonomische Standards (etwa durch Pausen), geht über die Anwendung von Arbeitsschutznormen und dem Anspruch auf regelmäßige Schulungen, bis hin zur Regelung von Unfallversicherungsschutz, Daten und Persönlichkeitsschutz oder Haftungsfragen. Überwachung, Leistungs- und Verhaltenskontrolle darf es nicht geben. Die Kommunikation der Beschäftigten mit ihren Interessenvertretungen ist zu schützen und der soziale Kontakt zum Betrieb aufrecht zu erhalten, etc.

Der ver.di-Vorsitzende Frank Werneke hatte bereits vor der Corona-Pandemie gewarnt, dass insbesondere die Ruhezeiten vor den Begehrlichkeiten der Arbeitgeber geschützt werden müssten.