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Bewachungsgewerbe: ver.di kritisiert Billigbewacher für Asylunterkünfte

Bewachungsgewerbe: ver.di kritisiert Billigbewacher für Asylunterkünfte

Nur ein knappes halbes Jahr nach den brutalen Übergriffen von Bewachern auf Flüchtlinge in Asylunterkünften in Burbach und mutmaßlich auch in Essen setzt die Stadt Essen erneut auf billigere Sicherheitsdienstleister. Bereits seit Anfang Mai bewacht ein Sicherheitsunternehmen der Gelsenkirchener Stölting Service Group die acht städtischen Unterkünfte. Das berichtet die Westdeutsche Allgemeine Zeitung.

ver.di kritisiert das Vorgehen scharf. Die Bewachung von Flüchtlingsheimen sei eine sensible und qualifizierte Arbeit und könne nicht zum geringstmöglichen Preis ausgeschrieben werden. "Es muss endlich Schluss sein mit billig-billig. Nur speziell für diesen Bereich geschulte Sicherheitskräfte garantieren auch qualifizierte Arbeit. Qualifizierte Arbeit ist aber nicht umsonst zu bekommen. Was muss noch alles passieren, bis die Verantwortlichen der Stadt Essen endlich aufwachen!", sagt Jürgen Stahl, zuständiger Fachgruppenleiter bei ver.di.

Nach den Übergriffen des vergangenen Herbstes war die mangelnde Qualifikation der Wachschützer scharf kritisiert worden. Daraufhin beschloss die Stadt Essen, die Bewachung der acht städtischen Asylunterkünfte ihrer stadteigenen Bewachungsfirma RGE zu übertragen. Dies wurde nun rückgängig gemacht. Aus Kostengründen forderte die Stadt den Betreiber der Heime, die European Homecare, auf, eine günstigere Sicherheitsfirma einzusetzen. Die RGE verlor den Auftrag bereits zum 1. Mai. Laut WAZ müssen nun 30 Mitarbeiter der RGE mit Kündigung rechnen.