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Sicherheitsdienste: WISAG kündigt Gewerkschafter

Sicherheitsdienste: WISAG kündigt Gewerkschafter

Die WISAG, ein großes Dienstleistungsunternehmen aus Frankfurt, schikaniert einen engagierten Gewerkschafter und Betriebsrat in der Konzerntochter Sicherheit & Service Nord-West in Düsseldorf.

Zwei Kündigungen flatterten dem betroffenen Kollegen S. bereits ins Haus. Er ist Vorsitzender der Vertrauensleute in der Niederlassung Düsseldorf, Mitglied der ver.di-Tarifkommission des Wach- und Sicherheitsgewerbes in NRW und stellvertretendes Betriebsratsmitglied. Auf einer Betriebsversammlung griff der Geschäftsführer der Niederlassung den Kollegen an, weil immer mehr betriebliche Konflikte beim Arbeitsgericht landeten.

In der Sache geht es um die Eingruppierung in Lohngruppen. Obwohl für nicht wenige Kolleg/innen höhere Lohngruppen in Frage kommen, wurden einige Beschäftigte nur nach der untersten Lohngruppe bezahlt. Die Betroffenen machten deshalb mit Unterstützung des gefeuerten Gewerkschafters ihre Ansprüche geltend. Weil der Arbeitgeber nicht freiwillig zahlte, zogen einige Kolleg/innen mit gewerkschaftlicher Unterstützung vor Gericht. Doch der Arbeitgeber blieb stur - und holte zum Gegenschlag aus.

Noch während sein eigenes Eingruppierungsverfahren beim Arbeitsgericht anhängig war, bekam S. die erste fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber. Zuvor hatte er sich für einen Kollegen eingesetzt, der eine Abmahnung bekommen hatte. Das Gericht kassierte die Kündigung. Prompt flatterte die nächste fristlose Kündigung ins Haus. Stein des Anstoßes sind für den Arbeitgeber Veröffentlichungen auf dem ver.di-Blog www.wasi-nrw.de über den Konflikt bei der WISAG. Die Website dient Beschäftigten im Wach- und Sicherheitsgewerbe als Informations- und Vernetzungsplattform. Jedoch ist der gefeuerte Kollege weder Autor der Veröffentlichungen, noch presserechtlich verantwortlich.

"Es geht der WISAG ganz offensichtlich darum, eine kritische Stimme im Betrieb zum Schweigen zu bringen und eine Berichterstattung über die Arbeitsbedingungen im Konzern zu verhindern", sagt ver.di-Sekretär Volker Nüsse. "Die Wisag macht sich als Sicherheitsunternehmen unglaubwürdig, wenn sie für Beschäftigte wie hier gezielt die Unsicherheit über die Arbeit und das Einkommen schürt."

Die WISAG hat über 46.000 Beschäftigte in den Bereichen Gebäudereinigung, Haustechnik, Catering, Bodenverkehrsdienste und im Sicherheits- und Bewachungsgewerbe. Die meisten Beschäftigten arbeiten Teilzeit mit befristeten Verträgen. Ihren Umsatz konnte die Holding von Jahr zu Jahr steigern, auf rund 1,7 Milliarden Euro in 2014.