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Callcenter: Bundesverwaltungsgericht begrenzt Sonntagsarbeit

Callcenter: Bundesverwaltungsgericht begrenzt Sonntagsarbeit

ver.di begrüßt die Begrenzung der Sonntagsarbeit in Callcentern durch das Bundesverwaltungsgericht. Eine Beschäftigung von Arbeitnehmer/innen unter anderem in Callcentern an Sonn- und Feiertagen sei nicht erforderlich, um besondere Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken, entschied das Gericht Ende November in Leipzig.

Damit gaben die Bundesrichter einer Klage von ver.di und zweier evangelischer Dekanate teilweise statt. Die Kläger hatten sich gegen eine Verordnung des Landes Hessen gewandt, das 2011 zahlreiche Ausnahmen für den eigentlich arbeitsfreien Sonntag beschlossen hatte (Az: 6 CN 1.13). ver.di sagt dazu: Der arbeitsfreie Sonntag ist eine "soziale Errungenschaft und auch heute noch als Tag der Ruhe unverzichtbar." Das Urteil sei ein wichtiges Signal, wo doch "seit Jahren immer stärker vorrangig eine ökonomische Betrachtungsweise um sich greift."

Callcenter-Betriebsräte hatten bereits im Oktober in einer Resolution gefordert, "dass die generelle Ausnahme für Callcenter vom Verbot der Sonntagsarbeit, die in den Bedarfsgewerbeordnungen vieler Bundesländer festgelegt ist, unverzüglich zurückgenommen wird. Die schleichende Umwandlung des Sonntags zu einem regulären Arbeitstag nimmt besonders in der Callcenter-Branche massive Züge an."

Erhebungen belegen, dass der Anteil der Arbeitnehmer/innen, die regelmäßig oder gelegentlich an Sonn- und Feiertagen arbeiten müssen, in den vergangenen Jahren stark gestiegen ist, von 20,6 Prozent auf jetzt 28,6 Prozent.

Das Urteil dürfte weitreichende Folgen haben - denn die meisten anderen Bundesländer haben ähnliche Verordnungen. ver.di geht davon aus, dass der Bundesgesetzgeber hier tätig werden wird und gegebenenfalls Änderungen zum Arbeitszeitgesetz vornehmen wird. "Die Erreichbarkeit von Callcentern an den Tagen Montag bis Samstag, oft im Schichtsystem und im Einzelfall innerhalb dieser Spanne auch rund um die Uhr ist ausreichend, um Service der Anbieter und Bedürfnisse von Kunden in Einklang zu bringen", sagt Ulrich Beiderwieden, zuständiger Fachgruppenleiter bei ver.di.