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Besondere Dienstleistungen: Prekäre Beschäftigung ist Katastrophe

Besondere Dienstleistungen: Prekäre Beschäftigung ist Katastrophe

Als "Katastrophe" bezeichnet ver.di-Bundesvorstandsmitglied Ute Kittel die zunehmende Armut trotz Arbeit. In einem Interview mit dem report "die besonderen" kritisierte die Bundesfachbereichsleiterin "Besondere Dienstleistungen" den eklatanten Anstieg der prekären Beschäftigung in Deutschland. 1993 waren noch 4,4 Millionen Arbeitnehmer/innen atypisch beschäftigt - 2013 bereits 7,6 Millionen. Dies ist ein Anstieg um mehr als 70 Prozent. Die Betroffenen sind befristet oder geringfügig, in Zeitarbeit oder Teilzeit mit 20 oder weniger Wochenstunden beschäftigt. Das geht aus Zahlen des Bundesarbeitsministeriums hervor. "Wir steuern in millionenfache Altersarmut. Zu den 7,6 Millionen prekär Beschäftigten kommen noch mehrere Millionen, die trotz Vollzeitarbeit eine Rente erreichen werden, die noch nicht einmal das Grundsicherungsniveau erreichen wird", sagt Ute Kittel. Als verantwortlich für diese Situation sieht die Gewerkschafterin maßgeblich die Arbeitsmarktreformen unter dem Logo "Agenda 2010".

Der Fachbereich Besondere Dienstleistungen organisiert einige Branchen - die Bewachung, das Friseurhandwerk, die Callcenter -, die von dieser Entwicklung besonders betroffen sind. Häufig wird hier auch nicht mehr als der gesetzliche Mindestlohn von 8,50 Euro pro Stunde gezahlt.

Mit der Durchsetzung des gesetzlichen Mindestlohnes durch die Gewerkschaften sei für diese und andere Branchen immerhin ein Anfang gemacht. „Es gab und gibt mit ver.di eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen. Wir sind jedoch erst am Anfang und längst nicht am Ziel. Noch besser wird es, wenn es uns gelingt, mehr Mitglieder in diesen Branchen und Unternehmen zu organisieren. Letztlich können wir dann mehr durchsetzen“, so Kittel.

Mehr zum Thema im neuen Report "die besonderen", eine Beilage der ver.di PUBLIK und auf dieser Homepage.