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Wohnungswirtschaft: Studie: Deutsche Wohnen verfolgt rabiate …

Wohnungswirtschaft: Studie: Deutsche Wohnen verfolgt rabiate Profitstrategie

Die Deutsche Wohnen – die zweitgrößte Immobiliengesellschaft Deutschlands und Berlins größtes privates Vermietungsunternehmen – ist erneut in die Kritik geraten. War es vor wenigen Wochen die Umgehung der Mitbestimmung im Konzern, so steht diesmal das Gebaren des Unternehmens gegenüber seiner Kundschaft im Fokus. Nachdem sich zunehmend Mieter*innen der Deutsche Wohnen über übersteigerte Mieterhöhungen sowie ausbleibende Sanierungen beklagt hatten, hat die Linke bei der Westfälischen Hochschule Recklinghausen ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das Fazit von Wirtschaftsprofessor Heinz-Josef Bontrup, Autor der Studie: „Die Deutsche Wohnen blutet aus. Davon profitieren die Aktionäre – und den Preis zahlen die Mieter.“

Der Hintergrund: Die Deutsche Wohnen erzielt eine geradezu „unanständig“ (Bontrup) hohe Rendite auf ihr Eigenkapital. Im Durchschnitt von 2012 bis 2015 waren es 18,7 Prozent. Normal seien 5 bis 6 Prozent. Hieraus ergebe sich eine entsprechend hohe Dividende für die Aktionäre. 182 Millionen Euro waren es im Jahr 2015 – fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Diese Gewinne erfolgen nach Bontrups Analyse vor allem aus Umstellung der Bilanztechnik nach angloamerikanischem Vorbild, wodurch der Wohnungsbestand höher bewertet wurde. Um den Renditehunger ihrer Aktionäre weiterhin stillen zu können, brauche die Deutsche Wohnen nun „heftige Preissteigerungen im Markt“, sagt Bontrup. Der Wissenschaftler empfiehlt als Gegenmaßnahme, über den Klageweg Arbeitnehmervertreter*innen im Aufsichtsrat zu installieren. Der Konzern umgeht hier bislang mit juristischen Tricks die Mitbestimmung.