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Geld- und Wertbranche: Warnstreiks werden vorbereitet

Geld- und Wertbranche: Warnstreiks werden vorbereitet

Derzeit werden in der Geld- und Wertbranche Warnstreiks vorbereitet. Die Branche steht zurzeit in Tarifverhandlungen um den bundesweiten Lohntarifvertrag. Ende vergangenen Jahres hatte die ver.di-Tarifkommission Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen, um Bewegung in die festgefahren Verhandlungen mit dem Arbeitgeberverband BDGW zu bringen. "Die Verhandlungen bisher haben gezeigt, dass wir uns den nötigen Respekt in dieser Tarifrunde erstreiken müssen", erklärt Verhandlungsführer Volker Nüsse von ver.di.

Am 16. Januar 2017 wird in Hannover der nächste Verhandlungstermin stattfinden. Die ver.di-Tarifkommission hatte das letzte Angebot der Arbeitgeber vom 6. Dezember 2016 ausführlich bewertet und als zu niedrig abgelehnt.

Zum Hintergrund: Auch wenn es in der Branche einen Tarifvertrag für alle Beschäftigten gibt, werden dennoch unterschiedliche Löhne in den Bundesländern für die gleiche Tätigkeit gezahlt. Beispiel: Im Geldtransport liegt der Lohn derzeit in Nordrhein-Westfalen bei 15,73 Euro, in Berlin wird dagegen nur 11,24 Euro gezahlt. Das ist ein Abstand von 4,49 Euro pro Stunde. Bei der gleichen Tätigkeit. Die Löhne in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, im Saarland, in Rheinland-Pfalz, in Berlin und in Brandenburg liegen gar im Niedriglohnbereich. Die Beschäftigten in den stationären Dienstleistungen liegen am 1. Januar 2017 mit ihrem Stundenlohn von 9,33 Euro nur noch 48 Cent über dem gesetzlichen Mindestlohn.

Dazu Volker Nüsse: "Eben denen, die täglich die Bargeldversorgung im Land sicherstellen, geht zum Ende des Monats in vielen Bundesländern oft selbst das Geld aus. Die derzeitigen Löhne bedeuten zudem für viele Kolleginnen und Kollegen, dass sie im Alter auf Almosen angewiesen sind - trotz Arbeit!"

In den vergangenen Monaten haben sich viele neue Kolleginnen und Kollegen in der Gewerkschaft ver.di organisiert, um diesen Missstand anzugehen. Die Tarifkommission hat daraufhin die Forderungen für die Tarifrunde beschlossen:

  • Erhöhung der Stundenlöhne um 1,50 Euro und Angleichung der Löhne, damit die Branche in absehbarer Zeit auf ein ähnliches Lohnniveau im ganzen Land kommt;
  • Erhöhung der Löhne für betriebliche Angestellte und sonstige gewerbliche Beschäftigte um 250 Euro monatlich;
  • Vorteilsleistung für ver.di-Mitglieder: 1 Prozent Erhöhung des monatlichen Bruttolohnes oder 300 Euro jährlich;
  • keine Nullmonate

Zuletzt hatte die BDGW angeboten, die Gruppe "West 1" um 2 Prozent, die Gruppe "West 2" um 2,5 Prozent und die Gruppe "Ost" um 3 Prozent zu erhöhen. Die ver.di- Verhandlungskommission hatte diesen ersten Schritt der Arbeitgeber, in Richtung Angleichung zu gehen, positiv bewertet. "Allerdings sind die Erhöhungsschritte zu niedrig und eine tatsächliche Angleichung findet bei diesem Modell zwischen den Tarifgruppen erst in hundert Jahren statt", so Volker Nüsse.

Weitere Informationen zum Verhandlungsstand: www.aber-sicher.org