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Touristik: ver.di protestiert gegen drohende Nullrunde

Touristik: ver.di protestiert gegen drohende Nullrunde

Beschäftigte der Touristik protestierten vor Beginn der Jahrestagung des Deutschen ReiseVerbands (DRV) gegen eine drohende Nullrunde. Vor dem Eingang des Tagungshotels verkörperten die Kolleg*innen die "laufenden 0-Runden". Ein Flugblatt forderte dazu auf, das Problem im Rahmen der Veranstaltung konstruktiv zu diskutieren. Das Interesse an der Aktion war groß.

Zum Hintergrund: Im Zeitraum 2005 bis 2015 blieben selbst die im Verhältnis zur Gesamtbranche wenigen noch in einem flächentarifgebundenen Unternehmen Beschäftigten - 8 Prozent (Veranstalter) bzw. 12 Prozent (Vertrieb) - hinter der Einkommensentwicklung der Gesamtwirtschaft zurück. Nach Ansicht von ver.di kann dies angesichts eines wachsenden Fachkräftemangels in der Touristik nicht im Interesse der Branche sein. Schon heute suchen 40 Prozent der Touristikabsolventen eines Jahrgangs eine bessere Zukunft in anderen Wirtschaftszweigen. Gerade in den rund 10.000 Reisebüros wird die Personallage immer schwieriger.

Da die großen Reiseveranstalter wie DER Touristik oder Thomas Cook zunehmend eigene Interessen verfolgen, wird ein einheitlicher Abschluss für die Branche immer schwieriger. Diesen Eindruck gewannen die Mitglieder der ver.di-Verhandlungskommission in den vielen Verhandlungsrunden in 2016.