die besonderen-Report

2/2013 In der Schattenwelt der Arbeit

2/2013 In der Schattenwelt der Arbeit

Wenn Hab’ und Gut
... in einen Einkaufswagen und eine Einkaufstüte passen;
wenn Papierkörbe und Abfallbehälter nach Dosen
und Flaschen durchstöbert werden, um mit ein paar
Cent Pfand besser über den Tag zu kommen, dann
sind Armut und Obdachlosigkeit sichtbar. Bisher nur
vereinzelt – und also spricht man und frau auch – von
„Einzelschicksalen“.
Armut und Obdachlosigkeit können aber das Schicksal
vieler werden, wenn Niedriglöhne, Arbeitslosigkeit,
Honorar- und Werkverträge zunehmend mehr Arbeits -
lebensläufe – und damit auch Rentenverläufe charakterisieren.
Auch nach 40 Jahren Berufstätigkeit werden
nur Renten erreicht werden können, die sich auf Sozial -
hilfe-Niveau bewegen.

In die Medien lanciert wird momentan eine Debatte
über das Renteneintrittsalter. Da wird schon die Rente
mit 69, die Rente mit 70 propagiert. Angesichts dessen,
dass bereits heute 63 Prozent* aller Leiharbeit nehmer/in -
nen meinen, dass sie bis zur Rente mit 67 nicht arbeitsfähig
sind, sind solche Vorschläge ein Hohn. Und eine
Frechheit obendrein, da zwei oder drei Jahre länger zu
arbeiten, das Rentenniveau auch nicht sehr befördern
würden. Aber immer mehr Menschen würden massive
Abschläge hinnehmen müssen, weil sie früher in Rente
gehen (müssen).


Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,
nutzt die Zeit des Bundestagswahlkampfs, um mit
Abgeordneten und Spitzenkandidaten/innen die ver -
heerenden Auswirkungen prekärer Beschäftigung auf
Arbeits- und Familienleben, auf das Rentenalter zu
diskutieren.