die besonderen-Report

1/ 2013 | Friede den Hütten

die besonderen

1/ 2013 | Friede den Hütten

Warum der soziale Wohnungsbau gestärkt werden muss

Schöner Wohnen?
Vielleicht gibt es die Zeitschrift mit diesem Namen noch,
aber den Zustand gibt es für immer mehr Menschen
nicht mehr.
Eine größere Wohnung, bezahlbar, verkehrsgünstig, mit
guter Infrastruktur im Stadtviertel, weil sich (weiterer)
Nachwuchs angekündigt hat? Das müssen viele ad acta
legen, weil die Mieten – besonders in begehrter und
gesuchter Stadtlage – steigen und steigen; weil ’zig
Bewerber/innen beim Besichtigungstermin durch die
Wohnung schlurfen – und wie man hört, immer häufiger
diejenigen die Wohnung kriegen, die dem Makler
oder der Maklerin noch ein kleines Extra anbieten.

Überhaupt „Wohnen“ ist für viele, die neu in eine Stadt
kommen, z.B. weil sie ein Studium aufnehmen, ein
Riesenproblem. Kleine Wohnungen, die mehr sind als
abgewrackte Behausungen, sind immer seltener im
Angebot.
Die Verdrängung von Alt-Bewohner/innen aus Stadt -
teilen, die hip und trendy sind, ist im vollen Gange.
Menschen, die schon zu DDR-Zeiten in Berlin-Prenzlauer
Berg gewohnt haben, kann man dort mit der Lupe
suchen. Die – zumindest äußerlich – schick sanierten
Altbauten kann sich nur noch eine zahlungskräftige
Klientel leisten.

Problem erkannt, Problem gebannt?
Nee, da sind wir noch weit von entfernt. Zwar wird das
Problem als Wahlkampf-Thema gern traktiert, aber zur
Hebung der seit 2007 stetig sinkenden Neubau-Quote
passiert wenig.
Förderung des sozialen Wohnungsbaus ist angesagt,
insbesondere bei kommunalen und städtischen
Wohnungsbaugesellschaften und Genossenschaften.
Kredite mit Niedrigst-Zinsen als Anreiz, Abgabe von Bau -
grundstücken zum Verkehrswert mit Auflagen, Vorgabe
von Quoten für private Bauträger, Bauland für Woh -
nungen statt für leerstehende Gewerbe-Immobilien –
das wären zumindest erste Maßnahmen, damit
„Schöner Wohnen“ für viele Realität werden kann.