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Im Frontjob - Gute Arbeit endlich möglich machen

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1/2021 | Im Frontjob - Gute Arbeit endlich möglich machen

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Gute Arbeit braucht eine starke Gewerkschaft – auch und gerade in der Pandemie

Auch im Jahr 2021 findet Gewerkschaftsarbeit unter anderen Voraussetzungen statt. Vieles ist wegen der Corona-Regeln nicht möglich, vieles läuft anders, als wir es bisher kennen. Doch starke Gewerkschaften finden immer einen Weg und die Mittel, sich für die Ziele ihrer Mitglieder einzusetzen.

Es ist richtig, dass gewerkschaftliche Arbeit viel mit Zusammenkommen und Verständigen, mit Zusammenerleben und Zusammenstehen zu tun hat. Dabei ist eine gewisse Stimmung entscheidend, die sich nur schwer in Videokonferenzen vermitteln lässt.

Wenn Gewerkschaften Massen mobilisieren, wenn wir zumindest theoretisch einen Betrieb lahmlegen können, haben wir die Macht, unsere Ziele durchzusetzen. In Zeiten von Corona fällt jedoch gerade diese Mobilisierung schwer. Wie überzeugt man neue Kolleginnen oder Kollegen, in die Gewerkschaft einzutreten, wenn von zu Hause gearbeitet wird oder der Betrieb sogar stillsteht?

Hier sind viele, sehr kreative Wege gefragt. Dass wir das aber können, haben wir schon bewiesen. Im Herbst haben wir unter Pandemie-Bedingungen Tarifauseinandersetzungen durchgefochten, die sich sehen lassen können. Insgesamt kann man sagen, dass die Tarifbilanz für 2020 durchaus erfolgreich war – es hat viele Verhandlungen gegeben, die zu Tariferhöhungen geführt haben.

Corona hat die Digitalisierung der Arbeitswelt beschleunigt und viele Arbeitsbereiche dauerhaft verändert. Nach der Pandemie werden deutlich mehr Menschen zu Hause oder unterwegs arbeiten als vorher. Wir werden unsere gewerkschaftliche Arbeit dieser Entwicklung anpassen und dazulernen müssen.

Denn Gewerkschaften sind ein Qualitätskriterium für die Demokratie. Nur mit starken Gewerkschaften findet ein Ausgleich der Interessen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmer - *innen statt. Das erleben wir bereits während der Pandemie. Brachte doch die Pandemie nicht nur einen hartnäckigen Virus, sondern auch dringliche Fragen rund um das Thema Gute Arbeit. Dabei sind es nicht nur Pflegekräfte und Ärzt*innen, die ein erhöhtes Infektionsrisiko haben, sondern auch viele Kolleginnen und Kollegen aus den Branchen der Besonderen Dienstleistungen, zum Beispiel im Friseurgewerbe oder im Wach- und Sicherheitsbereich, die sich täglich einem hohen Gesundheits - risiko am Arbeitsplatz ausgesetzt sehen, in Kurzarbeit sind oder Angst haben, ihren Arbeitsplatz aufgrund von dauerhaften Reisebeschränkungen ganz zu verlieren. Dringende Fragen in Zeiten der Pandemie, auf die nur starke Gewerkschaften eine gute Antwort finden können.