Leiharbeit/Zeitarbeit

ver.di stimmt Tarifabschluss zu

Leiharbeit: ver.di stimmt Tarifabschluss zu

Die ver.di-Bundestarifkommission Zeitarbeit hat dem am 19. Dezember 2019 erreichten Tarifabschluss für die rund 750.000 Beschäftigten in der Leiharbeit zugestimmt. Die anderen beteiligten DGB-Gewerkschaften der Tarifgemeinschaft beraten noch bis Anfang Februar dazu. Aus der Tarifkommission heißt es dazu: „Besonders stolz sind wir auf die Lohnangleichung in Ost und West sowie auf die Sonderzahlung für Gewerkschaftsmitglieder, ohne die dieser Abschluss nicht möglich gewesen wäre. Sie erhalten ab 2021 bis zu 700 Euro mehr Urlaubs- und Weihnachtsgeld im Jahr.“

Der Abschluss im Überblick:

Beim Entgelt gibt es in 2020 eine Steigerung um 1,9 Prozent im Westen und 3 Prozent im Osten. Zum 1. Oktober 2020 gibt es im Osten eine zweite Anpassung um 2,2 Prozent. Insgesamt steigen die Entgelte in der Leiharbeit jährlich zwischen 1,9 und 4,1 Prozent.

Ab dem 1. April 2021 wird die während der Tarifverhandlungen 2016 vereinbarte Angleichung der Löhne in Ost und West vollständig erreicht. Die Entgelttabelle Ost entfällt zu diesem Zeitpunkt. Bundesweit gilt dann in allen neun Entgeltgruppen die Tabelle West.

Überdies steigen die Löhne ab 1. April 2021 um weitere 3,0 Prozent, ab 1. April 2022 nochmals um 4,1 Prozent. Mit der neuen, zusätzlichen Entgeltgruppe 2b werden Leiharbeiter*innen mit einfacher Qualifikation deutlich bessergestellt. Arbeitnehmer*innen mit einer dreijährigen abgeschlossenen Berufsausbildung werden künftig in die Entgeltgruppe 4 eingruppiert.

Jahressonderzahlungen: 
Ab 2021 gibt es eine gestaffelte Erhöhung des Urlaubs- und Weihnachtsgeldes, beginnend mit jeweils 150 Euro ab sechsmonatiger Tätigkeit bis maximal 400 Euro ab drei Jahren Tätigkeit in 2023. 

Urlaub: 
Im ersten Jahr der Beschäftigung gibt es künftig 25 Tage Urlaub, im zweiten und dritten Jahr 27 und ab dem vierten Jahr 30 Tage.

Die Erklärungsfrist beider Seiten zu den getroffenen Vereinbarungen wurde auf den 12.2.2020 festgesetzt. Vorbehaltlich der Zustimmung der Tarifkommissionen der Gewerkschaften sollen die Regelungen (Entgelt-, Entgeltrahmen- und Manteltarifverträge) zum 1. Januar 2020 in Kraft treten.

Der neue Entgelttarifvertrag hat eine Laufzeit von 36 Monaten und kann erstmals zum 31.12.2022 gekündigt werden.