Wach- und Sicherheitsgewerbe

Sicherheitsbranche: Jede/r Zweite bricht Ausbildung ab

Sicherheitsbranche: Jede/r Zweite bricht Ausbildung ab

Über die Hälfte (50,6 Prozent) der Auszubildenden in der Sicherheitsbranche brechen ihre Ausbildung ab. Dies ist der höchste Wert, bemessen an allen Ausbildungsberufen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf den Entwurf für den Berufsbildungsbericht 2018. Dieser wird vom Bundesbildungsministerium jährlich im April vorgelegt. 

Beim BDSW, dem Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, sieht man die Ursachen für die hohe Abbrecherquote in der Branche unter anderem in Ausbildungszeiten von weit über 200 Stunden pro Monat, in mangelnder Gelegenheit, regelmäßig den Berufsschulunterricht zu besuchen, in dem Mangel an einem dauerhaften Ausbildungsleiter. Für ver.di sind die Ursachen noch tiefgreifender. So hätten auch durch die seit über 15 Jahren bestehenden gesetzlich geregelten Ausbildungsberufe ("Servicekraft für Schutz und Sicherheit" mit zweijähriger Ausbildung und „Fachkraft für Schutz und Sicherheit mit dreijähriger Lehrzeit) die Qualität der Ausbildung bislang nicht gesichert. 

Der zuständige Gewerkschaftssekretär Arno Peukes: „Die alarmierenden Zahlen für die Sicherheitsbranche finden ihre Ursache auch über die Arbeitszeit hinaus. Immer häufiger stellen Auszubildende wie auch Beschäftigte hier fest, dass die gegenwärtigen Arbeitsbedingungen nicht den eigenen Vorstellungen von guter und gesunder Arbeit entsprechen. Die Abbrecherzahlen zeigen deutlich, dass die Arbeitgeberverbände und Unternehmen der Branche aufgefordert sind, mit uns den Gesundheitsschutz in den Mittelpunkt zu stellen. Es braucht hier verlässliche Tarifregelungen, wenn qualifizierte und motivierte Beschäftigte gewonnen werden sollen.“