Wach- und Sicherheitsgewerbe

Aviation: Tarifverträge über die Lohn- und Arbeitsbedingungen …

Aviation: Tarifverträge über die Lohn- und Arbeitsbedingungen gesichert

Mit der Tarifkommission des Bundesverbandes der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) wurden nach neunmonatiger corona-bedingter Unterbrechung die Tarifverhandlungen zum Manteltarifvertrag fortgeführt. Die Verhandlungen über die Zeitzuschläge werden im Rahmen der Verhandlungen fortgesetzt. Dabei gelang der ver.di-Verhandlungskommission ein erster Erfolg: Die nächste Tariferhöhung zum 1. Januar 2021 wird gezahlt.

Mit den Arbeitgebern konnten trotz der schwierigen Situation folgende Verabredungen getroffen werden:

  • Der bestehende Manteltarifvertrag wird mit dem BDLS mit kurzer Kündigungsfrist neu abgeschlossen. Dadurch sind die Unternehmen kurzfristig wieder tarifgebunden, ver.di-Mitglieder sind damit wieder unmittelbar abgesichert.
  • Beide Seiten vereinbarten, noch im November ihre jeweiligen Vorstellungen zu Teilen des Manteltarifvertrages auszutauschen, um die Verhandlungen noch im Dezember 2020 fortführen zu können.
  • Die am 24. Januar 2019 für den 1. Januar 2021 vereinbarten Tariferhöhungen bleiben vereinbart und werden ab dem 1. Januar 2021 gezahlt.

Aufgrund der schwierigen Situation an den Flughäfen, die bereits zur Beendigung zahlreicher befristeter Arbeitsverträge geführt hat, bewertet die ver.di-Tarifkommission die genannten Punkte als Erfolg: „Sie sichern die Arbeitsbedingungen und die Bezahlung in der Branche.“

Das Passagieraufkommen an den Flughäfen ist immer noch um mindestens 70 Prozent geringer als im Vorjahr, auch die Bestellungen für Sicherheitsdienstleistungen liegen deutlich unter dem Niveau von 2019. Der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) spricht von 40 Prozent Umsatzrückgang und hat eine deutliche Senkung der Personalkosten angekündigt, wenn es keine staatliche Hilfe gebe.

Die ver.di-Tarifkommission hat Überlegungen zurückgewiesen, in die bestehenden tariflichen Regelungen einzugreifen, wie dies in vielen Unternehmen von den Geschäftsführungen gestreut wird, um die Beschäftigten zu verunsichern. „Wir haben auf den vereinbarten Lohntarifvertrag hingewiesen, der ein auf Wunsch der Arbeitgeber längerfristiger Tarifvertrag ist“, heißt es von Seiten der Tarifkommission. „Wir haben den Arbeitgebern angeboten, gemeinsam beim BMI dafür einzutreten, dass die Luftsicherheit mit ihren Beschäftigten finanziell unterstützt werden muss.“

Die Forderung nach einer Corona-Prämie wurde vom BDLS abgelehnt, diese solle mit den einzelnen Betrieben verhandelt werden.

„Ohne die Mitgliedschaft unserer vielen ver.di-Kolleginnen und -Kollegen hätten diese ersten Teilerfolge nicht erzielt werden können. In der aktuellen Situation ist dies nicht gering zu schätzen“, betonte die Tarifkommission.