Wach- und Sicherheitsgewerbe

Flugsicherheit: ver.di verhandelt gemeinsamen Entgelttarifvertrag

Flugsicherheit: ver.di verhandelt gemeinsamen Entgelttarifvertrag

Erstmalig will ver.di einen Entgelttarifvertrag verhandeln, der bundesweit für sämtliche Dienstleistungen von Sicherheitsunternehmen an Flughäfen gelten soll. In der Vergangenheit gab es regionale Tarifverträge mit zum Teil unterschiedlichen Regelungen. Die Verhandlungen beginnen am 16. Oktober 2018, weitere Termine sind bis Ende des Jahres vereinbart. Um schrittweise zu einer bundeseinheitlichen Regelung zu kommen, hat die ver.di-Bundestarifkommission nun ihre Forderungen aufgestellt und betont: „ver.di ist die tarifführende Gewerkschaft – deshalb verhandeln nur wir als ver.di mit dem BDLS.

Hier die Forderungen im Detail:

Ein gemeinsamer Tarifvertrag
ver.di will diejenigen Tätigkeiten, die an Flughäfen ausgeübt werden und im weitesten Sinne mit Kontrolltätigkeiten bzw. Sicherheitsdienstleistungen zu tun haben – also auch jene, die bisher im Tarifvertrag des BDSW enthalten sind – in den neuen Tarifvertrag überführen. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen.

Deutlich mehr Geld
Für die Tätigkeit nach §5 LuftSiG soll es zukünftig 20 Euro pro Stunde geben. Die Tätigkeiten nach § 8 und §9 LuftSiG (EU-Verordnung, alle mit Rezertifizierung) sollen auf 20 Euro angeglichen werden. Zukünftig soll dies eine Lohngruppe werden. Die Zuschläge für die PWK-Kontrolle werden in die Grundlöhne eingearbeitet. Der PWK-Zuschlag (§5 Mischkontrolle) für Nordrhein-Westfalen bleibt bestehen (Bestandsschutz).

Der neue Tarifvertrag ist so formuliert, dass die Bezahlung nur noch nach der höchsten Qualifikation unabhängig vom Einsatz erfolgt. Alle bisherigen Tätigkeiten u.a. nach §8/9 LuftsiG, die keine Rezertifizierung erfordern, erhalten eine Erhöhung im Rahmen des Mittelwertes (in Euro), der sich aus der Erhöhung der Angleichung der Gruppen § 5/ 8 / 9 LuftsiG in den einzelnen bisherigen Tarifgebieten ergibt. Dabei sollen Angleichungen und Abstände beachtet werden.

Transparente und angemessene Zuschläge
Jeder existierende Feiertag aus dem Bundesgebiet wird namentlich benannt und in einer Liste der Feiertage zusammengetragen. Mehrarbeitsstunden werden ab der ersten Stunde, die über der vereinbarten Regelarbeitszeit liegt, mit einem Zuschlag versehen und vergütet.

Die anderen Zuschläge entwickeln sich wie folgt:

  • Nachtzuschlag (in der Zeit von 20 bis 6 Uhr): 25 Prozent
  • Sonntagszuschlag: 50 Prozent
  • Feiertagszuschlag: 150 Prozent (24./25./26.12./ 1.5.)
  • Feiertagszuschlag für alle anderen Tage: 125 Prozent
  • Überstundenzuschlag: 30 Prozent
  • Mehrarbeitszuschlag: 30 Prozent
  • Erschwerniszulage: 25 Prozent
  • Zuschläge werden additiv gezahlt, bis zur Höchstgrenze nach §3b EStG.

Bonus, Allgemeinverbindlichkeit und keine Nullmonate
Die Tarifkommission will einen ver.di-Bonus (Mitgliedervorteilsregelung) durchsetzen. Der Tarifvertrag soll für allgemeinverbindlich erklärt werden (AVE). Jeder Monat soll bezahlt werden (keine Nullmonate).