Wach- und Sicherheitsgewerbe

Aviation: Mitglied des Arbeitgeberverbandes bricht Tarifvertrag

Aviation: Mitglied des Arbeitgeberverbandes bricht Tarifvertrag

Am Flughafen Erfurt umgeht die Kötter Aviation Security seit Jahren manteltarifvertragliche Regelungen und benachteiligt die Beschäftigten massiv – und das, obwohl das Unternehmen Mitglied des Bundesverbandes der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS) ist. Mitglieder des Arbeitgeberverbandes müssen jedoch als Akteure der Tarifvertragspartei uneingeschränkt Tarifverträge einhalten und umsetzen.

Seit 2014 ist der Bundesmanteltarifvertrag für Sicherheitskräfte an Verkehrsflughäfen in Kraft. Obwohl es seitdem eine klare tarifvertragliche Regelung für das Urlaubsentgelt und die Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall gibt, missachtet der Sicherheitsdienstleister Kötter Aviation diese Regelungen systematisch.

Auf der Gesamtbetriebsräteversammlung Anfang November 2018 in Düsseldorf haben die Betriebsräte aus Erfurt und der Gesamtbetriebsratsvorsitzende im Beisein des amtierenden Geschäftsführers von diesen Verstößen berichtet. Noch im Sommer 2018 hatte der GBR-Vorsitzende an einer Betriebsversammlung in Erfurt teilgenommen und den Arbeitgeber aufgefordert, umgehend den gültigen Tarifvertrag umzusetzen und den systematischen Tarifvertragsbruch zu beenden.

Der Geschäftsführer hat bisher so getan, als würde er diese Verstöße nicht kennen bzw. als ob es ein Alleingang von der dortigen Betriebsleiterin wäre. ver.di kann jedoch nachweisen, dass der Geschäftsführer sehr wohl von diesen Verstößen wusste. Er hat nämlich, obwohl der aktuelle Bundesmanteltarifvertrag keine Öffnungsklausel bei den Regelungen zum Urlaubsentgelt und der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall zulässt, den Betriebsrat offenbar überrumpelt und eine Betriebsvereinbarung mit seiner Unterschrift am 31. Mai 2017 abgeschlossen. Diese Betriebsvereinbarung verstößt gegen § 77 Abs. 3 Betriebsverfassungsgesetz und ist somit unwirksam.

ver.di fordert: „Kötter muss die Beschäftigten umgehend entschädigen und den finanziellen Verlust der Beschäftigten ausgleichen.“ Zudem fragt sich, ob noch von einer verlässlichen Tarifpartnerschaft gesprochen werden könne.