Wach- und Sicherheitsgewerbe

Aviation: Arbeitgeber legen unzureichendes Tarifangebot vor

Aviation: Arbeitgeber legen unzureichendes Tarifangebot vor

Die dritte Verhandlungsrunde am 5. Dezember über einen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag für die Luftsicherheitsbranche ist ergebnislos verlaufen. „Das von den Arbeitgebern vorgelegte Angebot ist eine »Wunschvorstellung«, wie man auf Kosten der Beschäftigten alles beim Alten lassen kann“, kommentiert Verhandlungsführer Peter Bremme das Ergebnis des Treffens: Die angebotene Lohnerhöhung pro Jahr um 1,8 Prozent sei noch unterhalb der Inflationsrate, die Laufzeit von drei Jahren zu lang, und die Lohnanpassung für die ostdeutschen Bundesländer nach erst sechs Jahren eine Zumutung.

„So kommen wir nicht weiter“, warnt Peter Bremme. Die nächste Verhandlung am 20. und 21. Dezember werde »die entscheidende Runde«. Die Friedenspflicht endet am 31. Dezember.

Der von ver.di vorgeschlagene Weg, die Tätigkeiten in allen Kontrollbereichen der Flughäfen in eine Lohngruppe zusammenzufassen, biete sowohl den Flughäfen als auch den Luftsicherheitsunternehmen mehr Lohngerechtigkeit und gleichzeitig Flexibilität im Personalbereich. Dies würde gerade in Stoßzeiten wie zu Ferienbeginn und -ende eine Entlastung bedeuten und sei vorteilhaft für die schnelle Abfertigung der Passagiere. Die ver.di-Tarifkommission fordert in diesem Bereich eine Erhöhung des Stundenlohns auf 20 Euro: „Wir wollen mehr Qualität in die Ausbildung bringen und fordern ein Berufsbild der Fachkraft für Luftsicherheit, das die Tätigkeiten, die das Gesetz fordert, in ein qualifiziertes Berufsbild aufwertet.“ 

Die von den Arbeitgebern bei Tariferhöhungen immer wieder ins Spiel gebrachten Preiserhöhungen für Flugtickets seien »ein Schauermärchen«. Dabei gehe es lediglich um Beträge im Cent-Bereich. „Und die sollten uns gut ausgebildete und bezahlte Luftsicherheitsassistenten allemal wert sein“, so der Tenor der Tarifkommission.

Diese fordert die Beschäftigten auf, ihren Unmut über das Angebot der Arbeitgeber zu zeigen, sowie mit Kolleginnen und Kollegen über die Tarifrunde und über den Eintritt in ver.di zu sprechen.