Touristik

American Express Global Business Travel vor Gericht

Reisebranche: Lohngebaren von American Express Global Business Travel vor Gericht

Am 8. August soll vor dem Arbeitsgericht in München in einem zweiten Anlauf geklärt werden, ob das sogenannte Kollektive System, nach dem das Geschäftsreisen-Unternehmen American Express Global Business Travel (GBT III) seine Beschäftigten entlohnt, rechtlich zulässig ist.

Dieses System bedeutet für die Beschäftigten große Lohneinbußen. Zum 1. April 2017 sind die Tarifgehälter in der Reisebranche erneut gestiegen, diesmal um 1,5 Prozent. Der Stundenlohn beträgt nunmehr für die übliche Sachbearbeitung bei Geschäftsreisen 15,46 Euro (Endstufe Vergütungsgruppe C). Hochgerechnet auf zwölf Gehälter bedeutet dies eine Minderzahlung bei GBTIII gegenüber dem jetzigen Tarifgehalt von 648,36 Euro (eingefrorener Tarif 2010) bzw. 755,16 Euro (Kollektives System). Auch müssen die GBTIII-Beschäftigten noch diverse andere Schlechterstellungen hinnehmen, unter anderem bei Zuschlägen, Freistellungen, Kündigungsschutz- und fristen, Sonderzahlungen oder frei an Silvester und Heiligabend.

Seit über zwei Jahren verweigert der Arbeitgeber GBT III das Gespräch mit der ver.di-Tarifkommission. Sollte ver.di nun vor dem Arbeitsgericht Recht bekommen, muss dennoch ein Tarifvertrag im Unternehmen erkämpft werden. Die Bundestarifkommission GBTIII fordert daher die Beschäftigten dringend dazu auf, bei ver.di Mitglied zu werden und endlich einen Tarifvertrag zu erkämpfen.