Touristik

BCD – Wahl zwischen Gehaltserhöhung und mehr Urlaub?

Reisebranche: BCD – Wahl zwischen Gehaltserhöhung und mehr Urlaub?

Das Touristikunternehmen BCD Travel Deutschland hat seinen Beschäftigten zum 1. Oktober 2019 eine Gehaltserhöhung von 1,5 Prozent in Aussicht gestellt. Die zuständige Bundestarifkommission bezeichnet dies angesichts der aktuellen Inflationsrate, als „nicht üppig, aber immerhin“. „Hätte sich die Geschäftsführung noch dazu durchringen können, das Urlaubsgeld zu erhöhen, wäre ein (kleiner) Schuh daraus geworden. Aber dies wurde erneut abgelehnt. Wieder zeigt sich: Mit einem Gehaltstarifvertrag wäre vieles besser“, heißt es in einer Stellungnahme der Tarifkommission. Das Unternehmen ist 2008 aus der Tarifgemeinschaft des Deutschen Reiseverbands ausgestiegen.

Die Kommission schlägt der Geschäftsführung von BCD nun vor, allen Beschäftigten, die zum 1. Oktober 2019 die Gehaltserhöhung bekommen, die Wahlmöglichkeit einzuräumen, statt des Geldes im Zeitraum Oktober 2019 bis September 2020 alternativ fünf zusätzliche Urlaubstage zu erhalten. Dies sei eine klassische Win-Win-Situation. Einerseits spare BCD Geld, andererseits würden die Kolleg*innen flexibler in ihrer Arbeitszeitgestaltung und könnten etwas für ihre Work-Life-Balance tun. 

Bei dem Modell geht die Gehaltserhöhung für diejenigen, die sich für mehr Urlaub entscheiden, in Zukunft nicht verloren. Ein Beispiel: Wer gegenwärtig 2800 Euro verdient, erhält die nächste Gehaltserhöhung auf der Grundlage vom 2842 (2800 plus 1,5 Prozent) Euro. Die Gehaltstabelle wird also für alle fortgeschrieben.

Viele Tarifverträge sehen diese Wahlmöglichkeit inzwischen vor. Bei der TUI Deutschland beispielsweise haben sich über 60 Prozent der Beschäftigten für die Variante Freizeit entschieden.  

Die BTK-Bundestarifkommission appelliert an die Geschäftsführung, sich von ihrer „innovativen Seite“ zu zeigen und dem Vorschlag zuzustimmen. Die Beschäftigten und ver.di-Mitglieder bittet die Kommission um Unterstützung – über Kommentare in Peakon, über offene Diskussionen oder als direktes Feedback.