Touristik

Reisebranche: Weiterentwicklung des Teilzeitrechts bei TUI

Reisebranche: Weiterentwicklung des Teilzeitrechts bei TUI

ver.di und TUI Deutschland haben sich auf einen Tarifvertrag zur Weiterentwicklung des Teilzeitrechts verständigt. Ab Anfang September 2018 können Teilzeitbeschäftigte ihre Arbeitszeit dauerhaft oder befristet bis zu fünf Jahren verlängern. Damit wird die „Teilzeitfalle“, die vor allem Frauen betrifft, geknackt. 1,8 Millionen Teilzeitbeschäftigte in Deutschland wollen mehr arbeiten. Bei der TUI Deutschland (Frauenanteil über 80 Prozent) haben sie nunmehr einen diesbezüglichen Rechtsanspruch, sofern ein Bedarf an zusätzlicher Arbeitsleistung vorhanden ist.

Zudem besteht künftig für Arbeitnehmer*innen die Möglichkeit, ihre Arbeitszeit für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren befristet zu verringern (Brückenteilzeit). Der Anspruch auf Brückenteilzeit muss – ebenso wie der Anspruch auf Verlängerung der Arbeitszeit – nicht begründet werden. E-Mail genügt. Will der Arbeitgeber einen entsprechenden Antrag ablehnen, obliegt ausschließlich ihm die Darlegungs- und Beweislast für die entgegenstehenden (dringenden) betrieblichen Gründe.

Dieser Tarifvertrag ist aus Arbeitnehmersicht deutlich besser als der einschlägige Gesetzentwurf des Bundesarbeitsministers. Und er ist bereits ab nächsten Monat in Kraft.

Am 24. August 2018 beginnen darüber hinaus die Verhandlungen über die Erhöhung der Gehälter und Vergütungen der Auszubildenden. Gerade hat Konzernchef Fritz Joussen verkündet, dass er für das laufende Geschäftsjahr ein zweistelliges Ergebniswachstum erwarte. Gute Voraussetzungen für die Verhandlungen, meint ver.di. „Es gibt also viel zu verteilen“, kommentiert die ver.di-Verhandlungskommssion Joussens Aussage.