Reisebranche

TUI erhält weitere Milliardenhilfe

Reisebranche: TUI erhält weitere Milliardenhilfe

Der Reisekonzern TUI soll weitere staatliche Hilfen zur Bewältigung der Corona-Krise erhalten. Dafür werde unter anderem ein bereits bestehender Kredit der Förderbank KfW um 1,05 Milliarden Euro aufgestockt, teilte der Konzern am 12. August mit. Das Unternehmen hatte bereits ein erstes Hilfsdarlehen über 1,8 Milliarden Euro zugesichert bekommen. Weitere 150 Millionen Euro sollen laut TUI als sogenannte Wandelanleihe fließen, die das Unternehmen an den Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes ausgeben will. Dieser könnte die Anleihe in Aktien umwandeln und sich so mit bis zu neun Prozent am Unternehmen beteiligen. Der Konzern will mit den Staatshilfen die Wintersaison 2020/21 sowie weitere längerfristige Reisebeschränkungen und Beeinträchtigungen durch Covid-19 abdecken.

Trotz der umfänglichen Staatsgelder hatte TUI die Streichung von bis zu 8000 Stellen überwiegend im Ausland angekündigt. Zudem will das Unternehmen seine Airline TUIfly um über die Hälfte verkleinern – das entspricht rund 900 Vollzeitstellen. Die Sozialpartner beraten derzeit über die Umsetzung.

ver.di kritisiert die Kürzungen: „TUI hat in der Vergangenheit offensichtlich für Krisenzeiten keine hinreichenden Rücklagen gebildet und musste daher bereits früh auf staatliche Unterstützung setzen“, sagt Sonja Austermühle, Fachgruppenleiterin Touristik bei ver.di. „Von einem Unternehmen in einer solchen Situation kann erwartet werden, dass es bei einer nochmaligen Inanspruchnahme staatlicher Hilfen diese nutzt, um Arbeitsplätze zu erhalten anstatt sie abzubauen.“