Reisebranche

Harte Einschnitte bei TUI

Reisebranche: Harte Einschnitte bei TUI

Die Corona-Krise trifft die TUI hart. In fast allen Gesellschaften des Konzerns wurden Betriebsvereinbarungen zur Kurzarbeit geschlossen. Dass bereits vor Covid-19 mit der Regelung „new-Work@TUI“ zwischen dem Konzernbetriebsrat (KBR) und der Geschäftsführung ein Grundverständnis zum Umgang mit der Digitalisierung geschaffen wurde und viele Kolleg*innen mit Soft –und Hardware für mobiles Arbeiten ausgestattet wurden, erwies sich in der Zeit des Lockdowns als Vorteil. Mit Hochdruck wurde in allen Bereichen, von den Reisebüros bis zu den Hotelanlagen ein Sicherheitskonzept für Beschäftigte und Gäste erarbeitet. Die Reisebüros sind inzwischen unter Einhaltung der Corona-Maßnahmen wieder für den Publikumsverkehr geöffnet.

Seitdem die Grenzen zumindest innerhalb Europas wieder offen sind, läuft das Geschäft, wenn auch auf niedrigem Niveau, wieder an. Dennoch werden derzeit in allen Gesellschaften und Bereichen nach Einsparmöglichkeiten gesucht, Investitionen verschoben und Geschäftsbereiche überprüft. Laut Vorstand soll die Mitarbeiterzahl um etwa 8.000 Beschäftigte sinken. Vor allem sollen Saisonarbeitskräfte in den Zielgebieten nicht wieder eingestellt und befristete Verträge nicht verlängert werden. Aber auch die deutschen Gesellschaften stehen vor harten Einschnitten. Besonders die TUIfly Deutschland, deren 39 Flugzeuge auf 17 reduziert werden sollen. Nun werden in nahezu allen Konzerngesellschaften Interessensausgleich-/Sozialplanverhandlungen beginnen. Zum Glück konnte der KBR der TUI AG noch Anfang dieses Jahres einen Zukunftssicherungsvertrag mit dem Vorstand abschließen, der betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2021 ausschließt und einen Minimalfaktor für Abfindungsregelungen vorsieht. 

Marcell Witt