Touristik

Reisebranche: ver.di verzichtet auf weitere Rechtsmittel

Reisebranche: ver.di verzichtet auf weitere Rechtsmittel gegen American Express Global Business Travel

ver.di akzeptiert den Beschluss des Arbeitsgerichts München, nach dem das Geschäftsreisen-Unternehmen American Express Global Business Travel (GBT III) seine Beschäftigten in München weiterhin nach dem sogenannten Neuen Kollektiven System entlohnen kann. „Zu diesem Ergebnis sind wir nach reiflichen Überlegung nicht deshalb gelangt, weil wir die Entscheidung für richtig und nicht erfolgreich angreifbar halten“, heißt es aus der zuständigen Tarifkommission. „Der Grund, das Landesarbeitsgericht nicht anzurufen, liegt vielmehr in der Einschätzung, dass uns auch eine positive Entscheidung der II. Instanz nur bedingt weiterhelfen würde.“ Weiterhin würde sich die Geschäftsführung von GBT III strikt weigern, mit ver.di Tarifverhandlungen zu führen.

Die Tarifkommission erachtet Arbeitskampfmaßnahmen für notwendig, um die Geschäftsführung an den Verhandlungstisch zu bringen. Allerdings sieht sie sich derzeit nicht im Stande, genügend Beschäftigte zu Warnstreiks zu bewegen. „Dieses Eingeständnis ist uns nicht leichtgefallen und es schmerzt. Schließlich wird unseren Kolleg*innen etwas verweigert, was für die Mitarbeiter*innen unserer (Groß-)Kunden eine Selbstverständlichkeit ist: Tarifverträge, die gute und sichere Arbeitsbedingungen gewährleisten. Dafür werden wir uns weiter einsetzen”, so der Tenor der Tarifkommission. Das Angebot des Arbeitgebers sei deutlich unter Tarif: Wer in Zeiten der Digitalisierung eine (einmalige) Gehaltserhöhung mit der Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit verknüpfe, vernichte mittelfristig Arbeitsplätze. Nirgendwo in der Sparte Geschäftsreisen, auch beim deutschen Marktführer BCD, gebe es eine 40-Stunden-Woche.