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Technische Überwachung: Tarifverhandlungen 2023

Tarifforderungen in der Beratung

Technische Überwachung: Tarifverhandlungen 2023

Vor dem Hintergrund von Fachkräftemangel und Preisentwicklung hat in der Kraftfahrt- Sparte des TÜV Rheinland die Forderungsdiskussion begonnen. Verhandlungsführer Peter Bremme von ver.di Hamburg erläutert die Forderung: „Wir wollen 12 Prozent Zuwachs mit einer Laufzeit von 12 Monaten. Es sollen mindestens 440 Euro erreicht werden, damit auch untere Einkommensgruppen einen angemessenen Inflationsausgleich erhalten.“

Die Forderung entstand durch die engagierte Teilnahme von 700 Beschäftigten bei einer online-Befragung durch ver.di. In dem ver.di-Infoblatt wird dazu formuliert: „Jetzt sind wir mal dran!“ Zur Hauptforderung wünschten sich die Befragten verschiedenste Begleitthemen. So ist für die Verwaltung eine Erfolgsbeteiligung in der Überlegung. Auch soll eine Wahlmöglichkeit zwischen Geld und Freizeit diskutiert werden und die Sprünge zwischen den Stufen der Entgelttabelle sollen behandelt werden.

Verhandelt werden wird ab Januar 2023 auch in Süddeutschland beim TÜV SÜD. Die Vorbereitungen zu dieser Tarifrunde laufen gut, sagt Manuela Dietz von ver.di Bayern. Die Beschäftigten konnten sich in die Forderungsfindung einbringen, indem sie an der Beschäftigtenbefragung teilnahmen. Die Ergebnisse flossen in der Tarifkommissionsitzung am 10. Oktober 2022 in den Forderungsbeschluss ein. „Wir gehen davon aus, dass wir vor schwierigen Verhandlungen stehen. Schon allein die derzeitige Inflation lässt erahnen, was unsere Mitglieder erwarten“, ergänzt ihre Verhandlungspartnerin Eva Schmidt von ver.di Baden-Württemberg.

Im April 2023 stehen schließlich noch Tarifverhandlungen für den TÜV NORD an. „Bisher gibt es noch nicht DAS große Thema“, sagt Peter Bremme. Aber immer deutlicher wird, dass der Katalog der Tätigkeitsgruppen zur Diskussion stehen wird. Hierbei geht es vor allem um die unteren Entgeltgruppen. Die Tarifkommission würde sie gern streichen, um insgesamt den Rahmen höherer Einkommensbereiche auf mehr Beschäftigte zu verteilen. Dem Arbeitgeber schwebt vor, über die Streichung der Tätigkeitsgruppe H einzelne Beschäftigte schneller in den Bereich außertariflicher Vergütungen heben zu können. ver.di Hamburg hat dafür eine „Gehaltsstudie“ angeregt, um mit einer wissenschaftlichen Beurteilung über fachli- che Argumente für die Diskussion mit den Arbeitgebern zu verfügen. Auch hier soll eine Befragung Klarheit zu den zehn Berufsbildern bringen, die beim TÜV NORD identifiziert wurden.