Immobilienwirtschaft

ver.di sieht Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen kritisch

Wohnungswirtschaft: ver.di sieht Fusion von Vonovia und Deutsche Wohnen kritisch

Die Bundesfachgruppe ISF in ver.di steht dem geplanten Zusammenschluss der beiden größten deutschen Immobilienkonzerne Vonovia und Deutsche Wohnen skeptisch gegenüber. Trotz Zusagen an Mieter*innen, Politik und Beschäftigte sei Skepsis angebracht. „Ein solcher Giga-Konzern wird seine profitorientierten Interessen sowohl in der Politik als auch bei seinen Mieter*innen und den Beschäftigten durchsetzen wollen“, sagt die zuständige Bundesfachgruppenleiterin Anette Berger.

Bei dem durch den Zusammenschluss avisierten „Einsparvolumen“ von mehr als 100 Millionen Euro sei davon auszugehen, dass es neben den Mietern und Mieterinnen weitere Verlierer geben werde: die Beschäftigten. Sowohl Vonovia als auch die Deutsche Wohnen stehen seit Jahren in der Kritik von Gewerkschaften und Mietervereinen nicht allein in der Debatte um bezahlbaren Wohnraum, sondern auch wegen fast flächendeckend fehlender Tarifbindung in den Unternehmen.

Die anstehende Fusion zeige auch, wie falsch es war, ehemals kommunalen bzw. gemeinnützigen Wohnraum in großem Umfang dem internationalen Finanzmarkt zu überlassen. Profitorientierung und Vermietermacht drohten überhand zu nehmen. Die Bundesfachgruppe fordert daher: Die nächste Bundesregierung müsse gegensteuern: Sie müsse den gemeinwohlorientierten Wohnungsbau stärken und den Mietwohnungsmarkt durch schärfere Vorgaben zu Mietverhältnissen im Allgemeinen und Mietpreisen im Besonderen strikter regulieren.

Beide Konzerne hatten Ende Mai eine Grundsatzvereinbarung über den Zusammenschluss unterzeichnet. Durch ihn würde Europas größter Immobilienkonzern entstehen. Die beiden Vermieter bringen es zusammen auf mehr als 500.000 Wohnungen. Die Unternehmen gaben an, dass sie im Zusammenhang mit der Transaktion keine betriebsbedingten Kündigungen zu früher als 1. Januar 2024 aussprechen würden.