Immobilienwirtschaft

Wohnungswirtschaft: Tarifverhandlungen festgefahren

Wohnungswirtschaft: Tarifverhandlungen festgefahren

Die Tarifverhandlungen in der Wohnungswirtschaft sind bisher ergebnislos verlaufen. Am 1. Juli 2020 fand, abermals online, die dritte Verhandlungsrunde statt. Der Arbeitgeberverband der Deutschen Immobilienwirtschaft (AGV) hat sich erneut einer angemessenen prozentualen Entgelterhöhung verweigert. Diese sei ein „ungedeckter Scheck auf die Zukunft“, heißt es beim AGV. Eine Haltung, die die gemeinsam verhandelnden Tarifkommissionen der IG BAU und ver.di scharf kritisieren: „Das erklärt ein Verband, dessen Mitglieder sehr langfristige Investitionen tätigen und diese, auch und gerade in Zeiten von Corona, kaum merklich zurückgefahren haben.“ Pikant für den AGV: Der Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GDW bewertet die wirtschaftliche Lage der Unternehmen als stabil.

„Zur Luftnummer wird die „Zukunftsdiskussion“ des AGV spätestens dann, wenn er mit einer steuer- und sozialabgabenfreien Prämie winkt. Diese ist weder nachhaltig für die Mitarbeiter*innen, noch schafft sie Sicherheit“, so die Tarifkommissionen. Der AGV verweist bei seinem Angebot auf die sicheren Arbeitsplätze der Branche. Dies bewerten die Gewerkschaften jedoch kritisch: „Diese Arbeitsplätze werden seit Jahren mit zurückhaltenden Tarifrunden und einem Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung von den Arbeitnehmer*innen querfinanziert.“

Die Tarifkommissionen der IG BAU und ver.di haben nun ihre Bereitschaft signalisiert, bis zum 31. Dezember 2020 eine adäquate Einmalzahlung zu akzeptieren. Ab dem 1. Januar 2021 muss es dann aus ihrer Sicht eine tabellenwirksame Erhöhung geben.

Die Verhandlungen sind vorerst auf August vertagt worden.