Geld- und Wertdienste

Geld- und Wertdienste: Verhandlungen bisher ergebnislos

Geld- und Wertdienste: Verhandlungen bisher ergebnislos

Auch die dritte Verhandlungsrunde zum Entgelttarifvertrag für die Geld- und Wertdienste blieb ergebnislos. Die Verhandlungen werden am 6. Juli weitergeführt. Zwar hatten zuletzt die Arbeitgeber ihr Angebot nachgebessert. Es liegt aber noch weit von den Forderungen und den tatsächlichen Bedürfnissen der Kolleg*innen entfernt, heißt es von Seiten der ver.di-Tarifkommission.

Kernforderungen von ver.di

So decken die angebotenen Erhöhungen nicht einmal vollständig die aktuelle Inflationsentwicklung ab und führen auch nicht zu der von ver.di geforderten Anpassung der Löhne über die Bundesländer hinweg. „Von einem realen Lohnzuwachs ist dabei noch lange keine Rede!“, kritisierte die Bundestarifkommission. Außerdem führen die prozentualen Erhöhungsbeträge dazu, dass sich zwischen den Bundesländern und Beschäftigtengruppen/Abteilungen die Schere in Euro-Beträgen noch weiter spreizt.

Angebot der Arbeitgeber

Die Arbeitgeber hatten 7 Prozent für alle Bundesländer im ersten Jahr in Aussicht gestellt, außer für die neuen Bundesländer und Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein; für die soll es 8,8 Prozent im ersten Jahr geben. Im zweiten Jahr sollen alle Bundesländer eine Erhöhung von 3,5 Prozent zum 1. Juli 2023 erhalten, außer die neuen Bundesländer und Rheinland-Pfalz, Saarland und Schleswig-Holstein; für die sollen es 4,5 Prozent werden.

Die Arbeitgeber stellen sich eine Laufzeit von 22 Monaten vor. Auch dies lehnte ver.di ab. „Mit einer langen Laufzeit riskieren wir, im nächsten Jahr hinter der Inflationsrate zurückzubleiben.“

Die Arbeitgeber verweigern bislang ebenso eine Mitgliedervorteilsregelung.

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ver.di hatte folgende Forderungen für die Entgeltrunde 2022 beschlossen:

Für die mobilen Dienstleistungen

  • für Nordrhein-Westfalen eine Erhöhung des Stundenlohns auf 20,60 Euro,
  • für Niedersachsen, Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen auf 20,31 Euro,
  • für Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen auf 19,10 Euro

Für die stationären Dienstleistungen

  • für Bayern, Hessen, NRW, Baden-Württemberg, Hamburg, Bremen, Niedersachsen eine Erhöhung auf 18,03 Euro,
  • für Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein, Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt eine Erhöhung auf 16,19 Euro

Für betriebliche Angestellte

  • Eine Erhöhung der tarifierbaren Einkommensgrenze auf 4.500 Euro /Monat (von vorher 4.200 Euro) und zugleich eine
  • Erhöhung der monatlichen Bruttoentgelte bis zu 4.000 Euro /Monat um 11 Prozent und ab einem Bruttoentgelt von über 4.000 Euro /Monat um 9 Prozent.