Friseurhandwerk

Friseurhandwerk: ver.di fordert bessere Löhne

Friseurhandwerk: ver.di fordert bessere Löhne

Über 90 Prozent der Friseur*innen in Deutschland liegen mit ihrem Gehalt im Niedriglohnbereich. Das ergibt eine parlamentarische Anfrage der Bundestagsfraktion „Die Linke“. Den Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zufolge, auf die sich das Bundesarbeitsministerium bei seiner Antwort stützt, verdienten Ende 2019, zum Stichtag der Erhebung, knapp 50.000 Friseur*innen unterhalb der Niedriglohnschwelle von 2.267 Euro brutto. Der Median aller sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigten lag 2019 bei 3.201 Euro. Der allein aus den Gehältern der im Friseurhandwerk Beschäftigten gebildete Median lag hingegen nur bei 1.680 Euro. Der Medianverdienst teilt die Arbeitnehmer*innen in zwei gleich große Gruppen – die eine Hälfte verdient weniger und die andere Hälfte mehr als den Medianverdienst.

ver.di fordert seit langem bessere Löhne im Friseurhandwerk. „Es kann nicht sein“, kritisiert die zuständige Bundesfachgruppenleiterin Sonja Austermühle, „dass nach einer jahrelangen Ausbildung in einem Handwerksberuf das alltägliche Leben mit seinen für viele Menschen Selbstverständlichkeiten trotz Arbeit nicht bestritten werden kann“. Um den Beruf aufzuwerten und damit für den Nachwuchs attraktiv zu machen, braucht es ein gemeinsames Engagement von Arbeitgebern und Beschäftigtenseite für eine ehrgeizige Lohnpolitik.