Friseurhandwerk

Schwarzarbeit hat in 2020 zugenommen

Friseurhandwerk: Schwarzarbeit hat in 2020 zugenommen

Die Schwarzarbeit im Friseurhandwerk hat im vergangenen Jahr zugenommen. Dies zeigt eine Auswertung des Bündnisses gegen Schwarzarbeit in der Branche. Dem Bündnis gehören neben ver.di das Bundesfinanzministerium sowie der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks an. Das Ziel der Organisationen ist, Verstöße aufzudecken, zu bestrafen und vorzubeugen. In 2020 erfolgten bei den Arbeitgebern insgesamt 1.913 Prüfungen auf Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung. Die Kontrollen hatten seit Gründung des Bündnisses im Jahre 2016 noch bis zum Jahre 2019 (2.339 Prüfungen) deutlich zugenommen.

Trotz sinkender Kontrollen im vergangenen Jahr konnten Zollbeamte insgesamt 1.528 Verstöße in Friseursalons nachweisen. Zum Vergleich: In 2019 waren es noch 1.446. Abgeschlossen wurden 866 Strafverfahren wegen Beitragsvorenthaltung und Leistungsmissbrauch sowie 662 wegen Ordnungswidrigkeiten. Bei den Ordnungswidrigkeiten geht es um Verstöße gegen den Mindestlohn sowie Leistungsmissbrauch. Die Schadenssumme beläuft sich insgesamt auf mehr als 3,6 Millionen Euro.

In Folge der Kontrollen wurden empfindliche Geldstrafen bzw. -bußen in Höhe von insgesamt 864.000 Euro sowie auch Freiheitsstrafen verhängt. Arbeitgeber, die gegen das Mindestlohngesetz verstoßen, müssen mit Geldbußen bis zu 500.000 Euro rechnen. Der Verstoß gegen die Meldepflicht zur Sozialversicherung kann für den Arbeitgeber eine Geldstrafe bis zu 25.000 Euro bedeuten, das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Die nicht entrichteten Beiträge müssen nachträglich eingezahlt werden.

Ein wichtiger Hinweis für Beschäftigte: Arbeitnehmer*innen, denen die nach dem Mindestlohngesetz (MiLoG), dem Arbeitnehmer-Entsendegesetz (AEntG) oder dem Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) garantierten gesetzlichen oder tarifvertraglichen Arbeitsbedingungen vorenthalten wurden, können dagegen klagen.

„Auch die Ergebnisse im Jahr 2020 zeigen deutlich, wie wichtig der Kampf gegen die Schwarzarbeit ist, um im Friseurhandwerk bessere Arbeitsbedingungen für die Kolleg*innen durchzusetzen“, sagt Sonja Austermühle, zuständige Bundesfachgruppenleiterin bei ver.di.