Friseurhandwerk

Folgen des ersten Lockdowns

Friseurhandwerk: Folgen des ersten Lockdowns

Zehn umsatzlose Wochen haben die rund 53.500 Friseursalons mit dem zweiten Lockdown inzwischen hinter sich. Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass bereits der erste Lockdown im Frühjahr 2020 dem Friseurhandwerk im Vergleich mit anderen Handwerksberufen besonders stark zugesetzt hat. Demzufolge machten die Friseurunternehmen in den ersten drei Quartalen 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum 11,8 Prozent weniger Umsatz.

Dies hatte auch deutliche Folgen für die bis dato rund 237.300 Beschäftigten der Friseurunternehmen: In den ersten drei Quartalen 2020 sank die Zahl der Beschäftigten im Friseurhandwerk um 4,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. 

Aufgrund des Lockdowns im Frühjahr 2020 fehlten den Auszubildenden sechs Wochen praktische Erfahrung im Frisiersalon. Im Jahr zuvor gab es 19.743 Auszubildende, drei Viertel davon Frauen. Bei den weiblichen Auszubildenden in Deutschland belegte die Friseurausbildung 2019 Rang 7 der häufigsten Ausbildungsgänge.

Die wirtschaftlichen Einbuße und der damit verbundene Beschäftigtenrückgang dürfen laut ver.di nicht dazu führen, dass der ohnehin schon am schlechtesten entlohnte Handwerksberuf nun noch schlechter bezahlt wird. „Der Wert der Arbeit eine*r Friseur*in ist vielen erst in den Lockdown-Phasen richtig bewusst geworden. Das muss sich auch in den Löhnen der Friseur*innen widerspiegeln“, sagt die zuständige Fachgruppenleiterin Sonja Austermühle. Hierzu brauche es neben einem Bewusstseinswandel bei den Kund*innen und Arbeitgebern vor allem auch ein deutliches Engagement der Betroffenen. „Denn: Nur wer gehört wird, kann seine Forderungen auch durchsetzen!“, so Austermühle.