Friseurhandwerk

Prüfungen auf Schwarzarbeit nötig

Friseurhandwerk: Prüfungen auf Schwarzarbeit nötig

„Die Überprüfungen des Zolls im Friseurhandwerk erweisen sich als dringend nötig“, sagt Sonja Austermühle, zuständige Bundesfachgruppenleiterin bei ver.di. Dies zeigt eine Auswertung des Bündnisses gegen Schwarzarbeit in der Branche. Demnach erfolgten bei den Arbeitgebern in 2019 insgesamt 2.339 Prüfungen auf Schwarzarbeit und illegale Beschäftigung. Die Kontrollen haben seit Gründung des Bündnisses im Jahre 2016 deutlich zugenommen, 2017 waren es noch 1086. Dem Bündnis gehören neben ver.di das Bundesfinanzministerium sowie der Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks an. Das Ziel der Organisationen ist, Verstöße aufzudecken, zu bestrafen und vorzubeugen.

Im vergangenen Jahr konnten Zollbeamte im Zuge der Kontrollen insgesamt 1446 Verstöße in Friseursalons nachweisen: Abgeschlossen wurden 764 Strafverfahren wegen Beitragsvorenthaltung und Leistungsmissbrauch sowie 682 wegen Ordnungswidrigkeiten. Bei den Ordnungswidrigkeiten geht es um Verstöße gegen den Mindestlohn sowie Leistungsmissbrauch. Die Schadenssumme beläuft sich insgesamt auf mehr als 2,1 Millionen Euro.

In Folge der Kontrollen wurden empfindliche Geldstrafen bzw. -bußen in Höhe von insgesamt mehr als 600.000 Euro sowie auch geringe Freiheitsstrafen verhängt. Arbeitgeber, die gegen das Mindestlohngesetz verstoßen, müssen mit Geldbußen bis zu 500.000 Euro rechnen. Der Verstoß gegen die Meldepflicht zur Sozialversicherung kann für den Arbeitgeber eine Geldstrafe bis zu 25.000 Euro bedeuten, das Vorenthalten von Sozialversicherungsbeiträgen eine Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren. Die nicht entrichteten Beiträge müssen nachträglich eingezahlt werden. 

Ein wichtiger Hinweis für Beschäftigte: Arbeitnehmer, denen nicht der volle Mindestlohn gezahlt wurde, können auch noch bis zu drei Jahren nach der fälligen Lohnzahlung klagen.

„Damit sind dieses Bündnis und die Kontrollen ein kleiner aber wichtiger Baustein dazu, dass illegaler Beschäftigung und unwürdigen Arbeitsbedingungen und Entgelten im Friseurhandwerk Einhalt geboten wird“, sagt Austermühle.