Friseurhandwerk

Branchenmonitor fordert Flächentarifvertrag

Friseurhandwerk: Branchenmonitor fordert Flächentarifvertrag

Die Pandemie hat für erhebliche Umsatzeinbußen in der Friseurbranche geführt. Dies stellt der aktuelle Branchenmonitor der Hans-Böckler-Stiftung fest. Die Zahl der tätigen Personen in der Friseurbranche, die sich in den Jahren 2013 bis 2019 erholt hatte, sank durch die Pandemie massiv von 241.000 in 2019 auf 207.500 in 2021.

Die Friseurbranche ist geprägt von inhabergeführten Klein- und Kleinstbetrieben mit geringen Jahresumsätzen und wenigen Beschäftigten, stellt die Studie fest. Zur Mitarbeiterbindung und -gewinnung muss die Vergütung der Beschäftigten und Auszubildenden aus Sicht der Hans-Böckler-Stiftung deutlich steigen. Wesentliche Beschäftigungsrisiken der Friseurbranche ergeben sich aus den pandemiebedingten Auswirkungen, den niedrigen Markteintrittsbarrieren, einem intensiven Preiswettbewerb und Wettbewerbsverzerrung durch Schwarzarbeit, Schattenwirtschaft und Mikrobetriebe.

Die Arbeit in den Friseursalons ist durch einen sehr hohen Anteil von Teilzeitarbeit sowie einem geringen Lohnniveau geprägt. Sowohl die Zahl der ausbildenden Betriebe als auch der Auszubildenden sind seit Jahren rückläufig und verstärken den Fachkräftemangel. „Soziale Nachhaltigkeit ist in Anbetracht der belastenden Arbeitsbedingungen, der unterdurchschnittlichen Entlohnung und der schwachen Mitbestimmungsmöglichkeiten im kleinst- und kleinbetrieblichen Friseurhandwerk ein zentrales Handlungsfeld“, schreiben die Autor*innen der Studie.

Die Verbesserung der Beschäftigungsbedingungen und der Abbau von Beschäftigungsrisiken in der Friseurbranche erfordere eine starke Interessenvertretung auf Branchenebene und eine flächendeckende Tarifbindung mit Allgemeinverbindlichkeitserklärung, so das Fazit des Monitors.

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