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Mindestlohn: Positive Wirkung auf Löhne und Arbeitsplätze

Mindestlohn: Studie weist positive Wirkung auf Löhne und Arbeitsplätze nach

Wissenschaftler des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) konnten nachweisen, dass der Mindestlohn keinerlei nennenswerte Jobverluste, selbst in Niedriglohnregionen, nach sich zieht. Im Gegenteil, er zahlt sich sogar für Beschäftigte aus, die schon zuvor über 8,50 Euro verdient haben. Die Wissenschaftler hatten sich in ihrer Studie auf das Niedriglohngebiet Sachsen konzentriert. In keinem anderen Bundesland war der Anteil der unmittelbar vom Mindestlohn betroffenen Betriebe und Arbeitnehmer höher. Vor dessen Einführung hatten konservative Ökonomen dem sächsischen Arbeitsmarkt daher besonders verheerende Auswirkungen prophezeit. Die Wirtschaftswissenschaftler vom IAB geben nun Entwarnung: Der Mindestlohn hat nach ihren Berechnungen zu großflächigen Lohnerhöhungen geführt – im Schnitt um 8,6 Prozent. Die Beschäftigung hat nicht gelitten.

Die Studie beruht auf Daten des IAB-Betriebspanels, einer bundesweiten Befragung, an der auch etwa 1150 sächsische Betriebe teilgenommen haben. Der Auswertung zufolge haben 44 Prozent dieser Betriebe im Jahr 2015 wegen des Mindestlohns Gehälter angehoben, 16 Prozent der Beschäftigten haben davon profitiert. Sachsen war damit erheblich stärker betroffen als die anderen ostdeutschen Bundesländer, wo 36 Prozent der Betriebe die Löhne von 12 Prozent der Arbeitnehmer erhöht haben.

Negative Auswirkungen sind aus Arbeitnehmersicht kaum festzustellen: Nur 1,5 Prozent der befragten sächsischen Firmen gaben an, dass sie Sonderzahlungen gesenkt oder gestrichen haben, um die Mehrkosten durch die Lohnuntergrenze an anderer Stelle einzusparen. Nahezu nie wurden Gehälter oberhalb von 8,50 Euro gekürzt. Stattdessen haben 17 Prozent der vom Mindestlohn betroffenen Betriebe – und nur fünf Prozent der nicht betroffenen – auch diese Gehälter angehoben, um die Lohnhierarchie zwischen den unterschiedlichen Qualifikationsniveaus zu erhalten. Ausnahmeregelungen galten 2015 nur für 1,3 Prozent der sächsischen Beschäftigten.

Entlassungen haben der Befragung zufolge als Reaktion auf die Mindestlohneinführung kaum eine Rolle gespielt. Etwa acht Prozent der Betriebe haben sich nach eigenen Angaben bei Neueinstellungen zurückgehalten, rund 14 Prozent haben Arbeitszeit reduziert oder Arbeit verdichtet. Knapp 17 Prozent haben sich für Preiserhöhungen entschieden.

Weitere Informationen: http://doku.iab.de/forschungsbericht/2017/fb0717.pdf