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Mindestlohn: Gewerkschaftlicher Erfolg

Mindestlohn: Gewerkschaftlicher Erfolg

Der gesetzliche Mindestlohn steigt Anfang nächsten Jahres um 35 Cent auf 9,19 Euro pro Stunde. Die entsprechende Verordnung des Bundesarbeitsministeriums wurde vom Kabinett gebilligt. In einem weiteren Schritt wird der Mindestlohn ab 2020 auf 9,35 Euro angehoben. 

Die Bundesregierung setzt mit der Anhebung des Mindestlohns eine Empfehlung einer Fachkommission vom Juni um. Die Anhebung orientiert sich an der Höhe der Tarifabschlüsse der Vorjahre. 

Die gesetzliche Lohnuntergrenze wurde 2015 in Höhe von 8,50 Euro nach einer jahrelangen gewerkschaftlichen Kampagne eingeführt. Laut einer Studie des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung und der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Technik hat sich der Mindestlohn bereits jetzt bewährt. So seien seit seiner Einführung die Löhne im Niedriglohnsektor deutlich gestiegen. Die daraus folgende erhöhte Kaufkraft stabilisiere die Gesamtwirtschaft. Die vor der Einführung verbreiteten Warnungen, der Mindestlohn werde massenhaft Beschäftigung kosten, haben sich dagegen nicht bewahrheitet.

Laut Statistischem Bundesamt erhielten im April vorigen Jahres knapp 1,4 Millionen Beschäftigte den gesetzlichen Mindestlohn von derzeit 8,84 Euro. Weitere rund 800.000 hätten weniger verdient, obwohl sie grundsätzlich unter das Mindestlohngesetz fielen. ver.di hat wiederholt eine Erhöhung des Mindestlohns auf 10 Euro gefordert.