Besondere Dienstleistungen

Besondere Dienste: Die Highlights des Jahres 2022

Besondere Dienste: Die Highlights des Jahres 2022

Die Bundesfachgruppe Besondere Dienstleistungen hatte im Jahr 2022 einiges auf dem Zettel. Neben dem Tarifgeschäft, das unter den Nachwehen der Pandemie sowie explodierenden Preissteigerungen stand, galt es auch die ver.di-interne Fusion des ehemaligen Fachbereichs Besondere Dienstleistungen in den neuen Fachbereich Öffentliche und private Dienstleistungen, Sozialversicherung und Verkehr zu vollziehen. Zu letzterem kann schon einmal gesagt werden: Die Fusion hat geklappt, die Gremien arbeiten reibungslos weiter.

Und auch die Tarifergebnisse für die Beschäftigten in unseren Branchen können sich trotz schwieriger Ausgangslage sehen lassen. So konnte ver.di endlich einen Bundesmanteltarifvertrag für die rund 11.000 Beschäftigten der Geld- und Wertbranche verhandeln: ein wichtiger Schritt hin zu bundesweit vergleichbaren Arbeitsbedingungen in einer bis dahin zersplittert tarifierten Branche. Die gute Streikbeteiligung hat auch für einen anständigen Abschluss im Entgelt gesorgt. Je nach Tätigkeit und Region werden die Gehälter sowohl bei den mobilen als auch bei den stationären Dienstleistungen um Festbeträge angehoben, die im ersten Schritt eine Anhebung zwischen 7,5 Prozent und 11,7 Prozent und im zweiten Schritt zum 1. August 2023 von umgerechnet zwischen 3,25 Prozent und 4,7 Prozent entsprechen. Das Wertvollste für die Kolleg*innen ist jedoch die sogenannte „Inflationsklausel“, die eine weitere Anpassung der Gehälter bei einer Inflation von über 5 Prozent in 2023 vorsieht. Außerdem: Zur „Ein-Mann-Logistik“ hat ver.di in diesem Jahr die Erarbeitung notwendiger Sicherheitsvorschriften weiter begleitet.

In der Zeit- und Leiharbeit hat die Tarifgemeinschaft der DGB-Gewerkschaften eine Besserstellung der untersten Lohngruppen erreicht, die nun deutlich über dem neuen gesetzlichen Mindestlohn von 12 Euro liegen. Hier konnten Erhöhungen um bis zu 24 Prozent in drei Stufen sowie ein Mitgliederbonus von bis zu 500 Euro verhandelt werden. Die Anhebung der oberen Entgeltgruppen wird derzeit noch verhandelt.

In der Wach- und Sicherheitsbranche gab es deutliche Entgeltsteigerungen infolge des neuen gesetzlichen Mindestlohns in fast allen Bundesländern. Es ist überall gelungen, die unterste Lohngruppe auf mindestens 13 Euro und damit auf einen deutlichen Abstand zum aktuellen Mindestlohn anzuheben. Außerdem hat ver.di ein Positionspapier zu einem zu erwartenden Sicherheitsgewerbegesetz entwickelt und es dem Bundesministerium für Inneres in einem Gespräch vorgestellt.

In der Reisebranche laufen derzeit die Entgelttarifverhandlungen für die mehr als 3.300 Beschäftigten der größten deutschen Gesellschaft der TUI, der TUI Deutschland GmbH. Aber auch in anderen TUI-Gesellschaften wie der TUI Customer Operation und der TUI Business Services GmbH wird derzeit verhandelt. Die Beschäftigten setzen sich energisch für bessere Arbeitsbedingungen ein und begleiten die Verhandlungen durch kreative Aktionen.

In der Wohnungswirtschaft ist ver.di an der Modernisierung des Manteltarifvertrags dran. Es geht um Themen wie Zeitwertkonto, Job-Rad, betriebliche Altersvorsorge und Umwandlung von Entgelt in zusätzliche Freizeit. Ebenfalls konnten in verschiedenen Wohnungswirtschaftsunternehmen Haustarifabschlüsse erzielt werden.

Für die Beschäftigten der Technischen Überwachung haben die zuständigen Tarifkommissionen erfolgreich unter anderem über die Corona-Prämie verhandelt und tun es weiterhin, wie aktuell beim TÜV Rheinland zum Thema Entgelt und Inflationsprämie. Tarifrunden wurden und werden mit Beschäftigtenbefragungen und Petitionen begleitet. 

Bei der GEMA konnte ein akzeptabler Abschluss in den diesjährigen Entgelttarifverhandlungen erzielt werden. Mit dem Sozialverband Deutschland dauern die Verhandlungen über einen Entgelttarifvertrag nach wie vor an.

Der Fachvorstand Callcenter in ver.di arbeitet intensiv zum Thema Daten- und Gesundheitsschutz für Beschäftigte im Homeoffice. Im Friseurhandwerk hat ver.di online-Informationsveranstaltungen für die Kolleg*innen aufgesetzt und engagiert sich weiter im Bündnis gegen Schwarzarbeit wie auch im Bereich des Arbeits- und Gesundheitsschutzes auf staatlicher und europäischer Ebene.

Außerdem steht ver.di weiter treu an der Seite engagierter Kolleg*innen, die versucht haben, bei dem Autovermieter Sixt in Düsseldorf und Frankfurt Betriebsräte zu gründen. So konnten die Kündigungen von BR-Initiator*innen durch das Unternehmen in mehreren Fällen mit Hilfe des ver.di-Rechtsbeistands erfolgreich vor Gericht abgewiesen werden. In Düsseldorf steht der Gründung eines Betriebsrates nun nichts mehr im Wege – jedenfalls aus rechtlicher Sicht.

Soweit die wesentlichen Projekte 2022 der Fachgruppe Besondere Dienstleistungen auf Bundesebene. Über ihre engagierte Arbeit für die Beschäftigten unserer Branchen auf regionaler und lokaler Ebene berichten die Landesbezirke und Bezirke gesondert auf ihren Websites, auf Social Media und in Tarifinfos.