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Facility-Services-Branche​: Für bessere Arbeitsbedingungen

Facility-Services-Branche​: Für bessere Arbeitsbedingungen

ver.di, IG Metall, NGG und IG BAU haben sich gemeinsam auf den Weg gemacht, die Arbeitsbedingungen in der Facility-Services-Branche zu verbessern.

In der Broschüre der Hans-Böckler-Stiftung findet ihr die Ergebnisse der Beschäftigtenbefragung, unterlegt mit Interviews mit betroffenen Betriebsrätinnen und Betriebsräten, ehrenamtlichen und hauptamtlichen Gewerkschafterinnen und Gewerkschaftern. Wir hoffen damit auch eine Diskussion innerhalb unserer vier Gewerkschaften anzustoßen, diese Branche in den Blick zu nehmen und gemeinsam Arbeitsbedingungen der Beschäftigten zu verbessern.

Der nächste Schritt der gemeinsamen Branchenarbeit ist die Konferenz für Betriebsrätinnen und Betriebsräte aus der Branche am 21.-23. März in der ver.di Bundesverwaltung. Die Einladung werdet ihr noch im Dezember hier finden.

Zum Hintergrund:

Die Facility-Branche ist eine der am schnellsten wachsenden Dienstleistungsbranchen. Mittlerweile arbeiten dort ca. 4 Mio. Beschäftigte. Die größtenteils durch Outsourcing entstandene Branche umfasst von Catering über Bewachung, Reinigung, Technikleistungen auch viele andere Servicebereiche für Unternehmen. Zu den bekanntesten Unternehmen in der Branche gehören WISAG, Dussmann, STRABAG, Gegenbauer, Klüh, ISS, Bilfinger und Spie. Zu den Kunden gehören nahezu alle Bereiche in allen ver.di Fachbereichen und nahezu über alle Branchen hinweg.

Mittlerweile gilt: Alle Dienstleistungen, die an Fremdfirmen vergeben werden können, werden durch Facilityunternehmen angeboten. Dabei liefern sich diese Unternehmen einen zum Teil ruinösen Preisunterbietungswettbewerb. Leidtragenden sind dabei vor allem die Beschäftigten. Ständige Hetze, geringe Bezahlung und wenige Wertschätzung prägen den Alltag vieler Mitarbeiter.

Die Belegschaften sind oft Mehrklassengesellschaften, bei denen manche für die gleiche Arbeit einen höheren Lohn, mehr Urlaubsanspruch und kürzer Wochenarbeitszeiten als andere haben. Mitbestimmungsstrukturen sind oft nur dort vorhanden, wo größere Teile aus vormals gewerkschaftlich gut organisierten Unternehmen verkauft wurden. Die Beschäftigten, die aus diesem Outsourcing übergegangen sind, haben häufig noch eine Tarifbindung, viele andere später eingestellte nicht.

Grund genug, sich dieser Branche zu widmen.

Da sich gerade in dieser Branche die Organisationsbereiche stark überschneiden, haben sich ver.di, IG Metall, IGBAU und NGG gemeinsam auf den Weg gemacht, die Arbeitsbedingungen zu verbessern: Mit regelmäßigen Seminaren und Konferenzen für Betriebsrätinnen und Betriebsräte und dieses Jahr erstmals mit einer breit angelegten Beschäftigtenbefragung "Gemeinsam für Gute Arbeit".