Touristik

Reisebranche: Warum diese geringen Löhne?

Reisebranche: Warum diese geringen Löhne?

Warum werden in der deutschen Reisebranche, ähnlich wie in anderen Dienstleistungsbranchen auch, geringere Löhne gezahlt als in der Industrie? Und dass, obwohl sich die Produktivitätsraten ähnlich entwickelten. Mit dieser Frage beschäftigt sich eingehend eine Recherche in der Süddeutschen Zeitung vom 21./22. Oktober 2017. Danach arbeiten heute drei Viertel der Beschäftigten in Deutschland im Dienstleistungssektor. 40 Prozent der Beschäftigten insgesamt verdienen jedoch real, also nach Abzug der Inflation, weniger als vor 20 Jahren. Und dass, obwohl die Arbeitslosigkeit heute so niedrig ist, dass Mitarbeiter*innen nach üblichen ökonomischen Gesetzen knapp sein müssten – und entsprechend mehr Geld verlangen könnten.

Gustav Horn von der Hans-Böckler-Stiftung kommt laut SZ zu dem Schluss, dass vor allem die geringere Macht der Gewerkschaften in der Dienstleistungsbranche sich negativ auf die Löhne auswirke. Die Situation in der Reisebranche macht das Dilemma deutlich: „In den Reisebüros ist vielleicht jeder Zehnte in der Gewerkschaft. An so etwas wie Streiks brauchen wir gar nicht zu denken“, wird ver.di-Aktivist Markus Völkl zitiert.