Touristik

Reisebranche: Erste Tarifgespräche ergebnislos

Reisebranche: Erste Tarifgespräche ergebnislos

Das erste Gespräch in diesem Jahr über mehr Gehalt und bessere Ausbildungsvergütungen in der Reisebranche ist ergebnislos verlaufen. Die in der DRV-Tarifgemeinschaft (DRV-T) organisierten Arbeitgeber hatten eine Erhöhung von zwei Prozent angeboten. „Das hört sich auf Anhieb nicht so schlecht an, entpuppt sich aber bei genauer Betrachtung als nicht akzeptabel“, heißt es dazu aus der ver.di-Tarifkommission. Die Erhöhung soll erst zum 1. Juli 2018 erfolgen und dann mindestens für ein Jahr gelten. Was das für die Beschäftigten bedeutet, erläutert die Tarifkommission in einem Schreiben: „Die ersten sechs Monate gibt es nichts und eine nächste Erhöhung wäre erstmals zum 1. Juli 2019 möglich. Das Angebot beläuft sich also nicht auf zwei, sondern – bezogen auf die Laufzeit von 18 Monaten umgerechnet auf ein Jahr – lediglich auf 1,33 Prozent. Deutlich zu wenig.“

Hinzu komme, dass die DRV-T die Unkündbarkeit älterer, langjährig Beschäftigter aufweichen möchte. In § 14 MTV ist festgelegt, dass Arbeitnehmer*innen mit 25 Jahren Betriebszugehörigkeit oder mit 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und 45 Lebensjahren nur aus wichtigem Grund gekündigt werden können. Ginge es nach der DRV-T könnten lediglich Arbeitnehmer*innen mit 30 Jahren Betriebszugehörigkeit nur aus wichtigem Grund gekündigt werden. Der Kommentar der Tarifkommission: „Das ist ein Hammer und mit ver.di nicht machbar.“

Die Forderungen von ver.di für die nächste Verhandlungsrunde am 15. Februar lauten:

Eine Anhebung der Gehälter und Ausbildungsvergütungen auf das Niveau der TUI Deutschland. Konkret bedeutet dies 2,5 Prozent mehr beim Veranstalter, 6,0 Prozent mehr im Vertrieb und 80 Euro mehr für die Auszubildenden. Der besondere Kündigungsschutz für langjährig beschäftigte Arbeitnehmer*innen soll unangetastet bleiben.

Zum wirtschaftlichen Hintergrund: Der Reisebranche, darunter große Unternehmen wie DER Touristik, Thomas Cook & Co., geht es gut – dank anhaltend guter Konjunkturaussichten und großer Reiselust der Deutschen. Daher argumentiert ver.di: „Was TUI Deutschland zahlt, können die anderen Unternehmen auch verkraften.“